Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Pfarrer Johann

 

 

Mein Name ist Kurt Johann. Nach etwa 10 Jahren als Gemeindepfarrer in Ranstadt bin ich zum August 2002 mit meiner Familie nach Gedern gekommen.

 

 

 

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Auf ein Wort

 

Auf ein Wort.....“, so heißt das Buch unseres Gemeindepfarrers Kurt Johann, das im Juli 2009 erscheinen wird.

 

Pfarrer Johann schreibt seit über 15 Jahren im „Kreis-Anzeiger für Wetterau und Vogelsberg“, seine „Gedanken zum Sonntag“. Auch seine E-Mails aus Beirut, die er 2007 während seines Aufenthaltes im Libanon wöchentlich veröffentlichte, haben große Resonanz über die Gemeindegrenzen hinaus erfahren.

 

Nun hat er seine Andachten zum Kirchenjahr und zum Zeitgeschehen, sowie seine Beiruter Gedanken, auf etwa 100 Seiten in einem Buch zusammengefasst.

 

 

Dekan Keller schreibt in einem Vorwort zur ersten Auflage: „Welchen Bereich er (Kurt Johann) auch dabei betritt und ob es sich um die Parteispendenaffäre, die Genmanipulation, den Dialog der Religionen oder das heutige Verständnis des Karfreitages handelt, es geschieht immer aus dem Blickwinkel des engagierten Christen heraus, der nicht davon lassen will, dass die Bibel als das Wort Gottes uns bis heute brauchbare Maßstäbe und angemessene Gesichtspunkte für das Verständnis des Lebens und der Welt zur Verfügung stellt. So sind die unterschiedlichen Beiträge manchmal tröstlich und ermutigend, manchmal provokant und herausfordernd, manchmal leicht und manchmal schwer verdaulich, aber in jedem einzelnen Fall des Nachdenkens wert, eben weil sie mit Verstand und mit Gefühl geschrieben worden sind.“

 

 

Pfarrer Johann hofft, dass das Buch noch im Juli erscheint.

 

Es kostet etwa 8.50 Euro und ist bei ihm, im Pfarramt, oder Sonntags im Gottesdienst erhältlich.

 

Hie ein kleine Leseprobe.

 

Soll'n wir es wirklich machen?

Die „Gedanken zum Sonntag" im Kreis-Anzeiger für Wetterau und Vogelsberg sind für die Kirchen Möglichkeiten, Menschen anzusprechen und ihnen Gottes Wort zu verkünden, die sie vielleicht sonst nicht erreichen würden.

Wie viele Menschen wirklich erreicht werden, wie viele Menschen tatsächlich die „Gedanken zum Sonntag" lesen, weiß ich nicht, ich weiß aber sehr genau, dass sie gelesen werden.

Da ist die Frau, die ich nicht kenne und die mich bei einem Besuch der Nachbargemeinde noch Jahre nach dem Erscheinen meines „Brief an meine Mutter" (siehe Totensonntag) anspricht und sagt, sie habe den Artikel ausgeschnitten und er liege bis auf dem heutigen Tag auf ihrem Nachttisch.

 

Da ist der Mann, der gerade die im Kapitel „Zeitgeschehen" erschienenen Andachten schätzt, weil sie nach seiner Meinung „ nicht in dieser frommer Sprache" geschrieben sind.

 

Ganz selten gab es wirklich negative Kritik, etwa beim Artikel „ Achmed" aus dem Jahre 1999, den der ein oder die andere für überzogen hielt.

 

Es war ein Beitrag in einer sehr emotionalen Debatte über die doppelte Staatsbürgerschaft, die mit einer Unterschriftenaktion des hessischen Ministerpräsidenten entfacht wurde. Es war aber eben auch ein Beitrag für eine Kirche und eine Theologie, die sich nicht Harmonie bedürftig aus allem heraushält, sondern bereit ist, Positionen zu beziehen.

 

Als ich im letzten Quartal 2007 für einen Studienaufenthalt drei Monate in Beirut lebte und arbeitete, erschienen meine „E-mail aus Beirut" als wöchentliche Kolumne. Ich war sowohl vom Engagement und der Bereitschaft des Kreisanzeigers, und noch viel mehr von den wirklich überwältigenden Reaktionen der Menschen völlig überrascht. Immer wieder wurde und werde ich darauf angesprochen. Immer wieder kam die Frage, „ob man das nicht veröffentlichen kann ". Im April 2009 bin ich 50 Jahre geworden. Zeit auch persönlich zu bilanzieren.

 

Dies war letztlich der Grund, warum ich mich entschloss, Gedanken, die ich seit 16 Jahren im Kreis-Anzeiger veröffentliche, nun als Auswahl, denn es konnten längst nicht alle Andachten veröffentlicht werden, in einem Buch zusammenzufügen.

 

„Auf ein Wort..... " ist für mich persönlich ein guter Überblick meiner Gedanken zum Zeitgeschehen im Lichte und im Dienste Gottes. Meine Hoffnung ist, für die Leserinnen und Leser, mögen meine Andachten auch Jahre nach ihrem Ersterscheinen ein Segen sein. Zu guter Letzt gilt mein Dank, dem Kreis-Anzeiger, der seit vielen Jahren die „ Gedanken zum Sonntag " veröffentlicht und mich sehr während meines Aufenthaltes in Beirut unterstützte,

 

Herrn Wolfgang Kunert, der dies Buch von der Wiege bis zur Veröffentlichung begleitete und auch den Umschlagentwurf gestaltete, gilt im Besonderen mein Dank, denn er hat großen Anteil daran, dass dieses Buch überhaupt erscheinen konnte.

 

Auch dem Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde in Gedern bin ich zu Dank verpflichtet für alle Unterstützung und Ermutigung, die diese Buchveröffentlichung begleitete. Weil ich weiß, dass es nicht immer einfach ist, mit einem Pfarrer verheiratet zu sein, oder ihn als Vater zu haben, darum danke ich meiner Frau und meinen drei Töchtern sehr herzlich, dass sie mich trugen und manchmal auch ertrugen, dass sie mich drei Monate nach Beirut ziehen ließen, vor allem aber dafür, dass sie mich zu einem glücklichen Menschen machen.

 

 

Kurt Johann.

 

Sie fanden keinen Platz m der Herberge

 

 (Advent 2004)

 

„Und sie fanden keinen Platz in der Herberge."

 

Maria und Josef konnten machen, was sie wollten, keiner wollte sie haben. Keiner wollte ihnen Raum geben, um in Bethlehem ihr Kind zu bekommen.

Noch als Kind bin ich häufig als Josef verkleidet bei Krippenspielen von einer Station zur anderen in der Kirche gezogen, um zu sagen: „Ach Wirt, sieh diese Frau nur an, sie kriegt ein Kind, ich bin ihr Mann. Niemand hilft in dieser Stadt, dem der Herberge sucht und kein Geld hat."

 

"Und sie fanden keinen Platz in der Herberge."

 

Dieser niederschmetternde Satz darf nicht romantisch verklärt in der Weihnachtsgeschichte stehen bleiben, gerade in diesem Jahr nicht und gerade in Deutschland nicht.

Opel hat gerade mal 10.000 Menschen vor die Tür gesetzt. Zu alt und zu teuer.

1,5 Millionen Kinder in Deutschland leben von Sozialhilfe.

Nirgendwo in Europa ist Bildung so sehr vom sozialen Status der Eltern abhängig, wie in Deutschland, sagt die neueste Pisa-Studie. Wir fördern also nicht mehr die Bildung aller, sondern immer mehr nur derjenigen, die es sich leisten können, ihre Kinder entsprechend zu fördern.

Dann ziehen junge Menschen von einer Lehrstellenbewerbung zur anderen und erfahren, dass niemand sie haben will.

 

"Und sie finden keinen Platz in der Herberge."

Immer mehr Menschen werden in die Armut und ins Abseits unserer Gesellschaft gestellt.

Du bist mit 45 zu alt um noch Arbeit zu finden und mit 85 bist du zu arm, um noch würdig gepflegt zu werden.

Wer kann sich eigentlich die hohen Pflegekosten in den Altersheimen noch leisten, ohne dabei in die Armut gedrängt zu werden?

 

"Und sie fanden keinen Platz in der Herberge."

 

Hartz IV und Arbeitslosengeld 2 sind keine Lösungen, sondern allenfalls Problemanzeigen unserer Gesellschaft.

Und ich bin sicher, ich stehe mit meiner Beobachtung nicht allein, dass unsere Gesellschaft in letzter Zeit kälter geworden ist, dass der einzelne Mensch und die Menschlichkeit mehr und mehr ins Abseits unserer Wertegesellschaft geraten. Es scheint Wichtigeres im Zeitalter der Globalisierung zu geben.

In diesem Jahr war die Zahl der privaten Insolvenzen erstmals höher, als die Anzahl der betrieblichen Insolvenzen. Immer mehr Familien sind schlichtweg pleite und können ihren Lebensunterhalt nicht mehr alleine gestalten.

 

 

"Und sie finden keinen Platz in der Herberge."

 

In der Heiligen Nacht und an Weihnachten feiern wir, dass Gott Mensch wurde, weil Gott den Menschen liebt, jeden Einzelnen. Weil Gott Mensch wurde, ist dies auch immer wieder Auftrag für uns, menschlich miteinander umzugehen, und den Wert des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Menschenwürde kommt von Gott, und sie ist kein Luxusartikel, den man sich mal wieder leisten kann, wenn es uns mal besser geht. Menschenwürde ist zu jeder Zeit unverzichtbar. Die Armut des Stalles in Bethlehem hatte nichts Romantisches an sich, das erfahren in diesem Jahr sehr viele Menschen, deren wirtschaftliche und soziale Existenz in unserem Land gefährdet ist, die nicht wissen, wie es weitergehen wird.

Wir dürfen diese Menschen nicht alleine lassen.

Vielleicht feiern wir dieses Jahr Weihnachten einmal anders. Nicht nur, aber eben auch als Protest für mehr Menschlichkeit, für mehr Geborgenheit und Liebe, als Zuwendung zu Menschen, die unsere Hilfe und unsere Unterstützung brauchen.

Und das wäre sicher ganz im Sinne des Kindes von Bethlehem, Menschen zu zeigen, dass sie in ihren Sorgen und Ängsten nicht alleine sind. Wir stehen an ihrer Seite. Weil Gott Mensch wurde.

 

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