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Berichte im Kreisanzeiger vom 19.11.2012

 

Niddaer Synode stimmt Fusion zu Großdekanat zu

 

 

19.11.2012 - GEISS-NIDDA

 

 

Zusammenlegung der Dekanate Nidda, Büdingen und
Schotten für 2016 geplant

 

 

(det). Eine zukunftsweisende Entscheidung für die Organisationsstruktur der derzeitigen Dekanats-AG fällten die Mitglieder des kirchlichen Parlamentes bei der sechsten Tagung der elften Dekanatssynode Nidda im evangelischen Gemeindehaus Geiß-Nidda. Die Synode stimmte einer Fusion der Dekanate Büdingen, Nidda und Schotten zu. Diese werden demnach 2016 zu einem Großdekanat fusionieren.

 

Das Treffen begann mit einer Andacht in der Kirche. Pfarrer Eberhard Hampel stellte dabei Zukunftsaufgaben der Kirche in den Mittelpunkt und betonte: „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Strukturen den Menschen dienen sollen und nicht umgekehrt.“ Anschließend begrüßte Präses Gerhard Wolf die Büdinger Dekanin Sabine Bertram-Schäfer, Niddas Ersten Stadtrat Reimund Becker, den Schottener Präses Hans Otto Zimmermann und den Leiter der Regionalverwaltung Wetterau, Volker Luh.

Dekan Wolfgang Keller (li.) und Präses Gerhard Wolf sehen ein Großdekanat als Vorteil.

Foto: Maresch

 

Den Bericht des Dekanatssynodalvorstandes teilten sich Gerhard Wolf und der in Nidda kommissarisch amtierende Schottener Dekan Wolfgang Keller. Wolf ging auf die Vorarbeiten zur Strukturänderung ein. 2002 hatten sich im Zuge der Neugliederung der mittleren Ebene die Dekanate Büdingen, Nidda und Schotten zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die sich in vieler Hinsicht bewährte. Doch war die AG keine selbstständige Rechtsperson. Vorbereitete Beschlüsse mussten zunächst an die Gremien der einzelnen Dekanate zurückgegeben und dort abgestimmt werden - ein schwerfälliges und zeitaufwendiges Verfahren.

 

So wurde im vergangenen Jahr eine Prüfkommission gebildet, die nach eingehenden Beratungen eine Fusion und somit die Bildung eines Großdekanats empfahl. Der Geschäftsführende Ausschuss (GFA) der Dekanats-AG schloss sich dem an. Auch in der Kirchenleitung gab es Überlegungen zu Neustrukturierungen. Angekündigt wurden in einem Impulspapier im Mai 2012 Entwicklungen zur Neuordnung der Dekanatsgebiete, die bis 2016 vollzogen werden sollen. Grund dafür ist der demografisch bedingte Rückgang der Kirchenmitglieder. Gerhard Wolf: „Wir wollen uns nicht von künftigen kirchengesetzlichen Änderungen abhängig machen, sondern eigenen Gestaltungsspielraum erhalten“.

 

So führte der GFA ein Gespräch mit Vertretern der Kirchenleitung, unter anderem Oberkirchenrat Walter Bechinger und dem Propst für Oberhessen, Matthias Schmidt. Es kam zu einer schriftlichen Zusicherung, dass es keine fusionsbedingten Kürzungen an Personal, Stellen und Zuweisungen geben werde. Auch die Leitungsebene bleibt stabil. Der DSV Nidda hat einstimmig Dekan Wolfgang Keller gebeten, kommissarisch bis zum 31. Dezember 2015 weiter zu amtieren, und dieser ist dazu bereit. Wolf betonte abschließend, ein größeres Dekanat sei ein besserer Arbeitsrahmen für zukünftige Aufgaben, und skizzierte einen Zeitplan für die Fusionsschritte.

 

 

Ähnlich argumentierte auch Dekan Wolfgang Keller. Er nannte drei Vorteile eines Großdekanates: Die religiös-kirchliche Grundversorgung der einzelnen Gemeinden könne bei einer knapper werdenden Pfarrstellenbemessung eher geleistet werden, das evangelische Profil könne man stärker in der Öffentlichkeit vertreten und die dringend notwendige Gewinnung und Begleitung weiterer Ehrenamtlicher sei abgesichert. Die Synodale Helga Walther sprach etwaige Nachteile einer Fusion, wie die weiteren Wege, den größeren personellen Abstand zwischen einzelnen Gemeinden und dem Leitungsgremium an. Schließlich stimmte die Dekanatssynode Nidda mehrheitlich mit einer Gegenstimme und drei Enthaltungen der Fusion mit den Partnerdekanaten in ihrem jetzigen Zuschnitt zu. Sie soll am 1. Januar 2016 erfolgen.

 

Im zweiten Teil der Dekanatssynode wurde die Jahresrechnung 2011 genehmigt. Aus dem Partnerschaftsausschuss berichtete der Beauftragte für Mission und Ökumene, der stellvertretende Dekan Pfarrer Thomas Philipp. Ein Besuch einer Dekanatsdelegation in der Partnerkirche in East Kerala wird voraussichtlich vom 11. bis 31. Oktober 2013 stattfinden. Interessierte, die mitfahren möchten, werden gebeten, sich bis zum 1. Februar bei Thomas Philipp zu melden. Die Themen Schule und Bildung sowie der demografische Faktor sind Schwerpunktthemen - auch in East Kerala droht die Verödung des ländlichen Raumes bei rückläufigen Bevölkerungszahlen. Weiter wies Philipp darauf hin, dass im Luther-Jahr das Thema Toleranz im Mittelpunkt stehen soll.

 

Aus dem Dekanatsdiakonieausschuss berichtete der Vorsitzende Dr. Michael Sallman. Das Schwerpunktthema des vergangenen Jahres waren die Senioren in den Gemeinden. Aus dem Weltladen berichtete Maria Guist, sie wies auf das Sortiment fair gehandelter Waren hin und auf die Unterstützung, die die Käufer damit Bauern- und Handwerkskooperativen in Entwicklungsländern leisten. Auch im Weltladen sei die Decke an Ehrenamtlichen knapp, neue Tatkräftige seien willkommen.

 

Abschließend berichtete Anni Rahn-Walaschewski, stellvertretende Leiterin des Diakonischen Werkes Wetterau. In 26-jähriger Tätigkeit habe das Diakonische Werk die Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch Kranke, seelisch Behinderte und ihre Angehörigen (PSKB) aufgebaut, die mit weiteren Angeboten des Diakonischen Werks für diesen Personenkreis, etwa Gemeindeclubs, Gesprächskreise für Angehörige, Tagesstätte und Betreutem Wohnen, gut in der Region vernetzt gewesen sei.

 

Bei einer erneuten Ausschreibung vergaben die Kreisgremien die PSKB ab 2013 an einen überregionalen Träger. Mit Irritation und Bedauern nahmen die Synodalen dies zur Kenntnis, zumal viele Ehrenamtliche aus den Kirchengemeinden gut mit Fachkräften des Diakonischen Werkes bei dieser Zielgruppe zusammengearbeitet haben.

 

 

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