Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Berichte im Kreisanzeiger vom 06.09.2003

 

Aus besonderem Holz geschnitzt

Von Pfarrer Kurt Johann

Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher der Evangelischen Kirche müssen schon aus einem besonderen Holz geschnitzt sein. Es sind Menschen, die sich engagieren, obwohl ihre Kirchengemeinden schwierigen Zeiten entgegen gehen. Die neue Pfarrstellenbemessung und die neu geschaffene Mittlere Ebene be schneiden das Recht der Kirchengemeinden auf einen Gemeindepfarrer oder eine Gemeindepfarrerin. Eine völlig verfehlte Personalpolitik der Landeskirche tut das Übrige dazu.

Etwa 120 Gemeindepfarrstellen sind mittlerweile unbesetzt, dabei existiert unsere Kirche doch im Wesentlichen nur als Gemeinde vor Ort. Hier wird sie für Menschen konkret erfahrbar. Müsste unsere Kirche dann nicht primär die Gemeinde den vor Ort stärken und ihnen helfen? Nicht wenige Menschen fragen sich darum, ob das, was sich im Moment in unserer Kirche entwickelt und sich Strukturreform, Ressourcenkonzentration, Prioritätenplanung, oder was auch immer nennt, noch ,,Lebendige Kirche“ ist, oder nur das bürokratische Verwalten kirchlicher Haushalte und zurückgehender Kirchensteuerzahlen.

Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher der Evangelischen Kirche müssen schon aus einem besonderen Holz geschnitzt sein. Denn sie haben sich wieder einmal zur Wahl gestellt, sind wieder einmal bereit, Verantwortung zu übernehmen und in ihren Gemeinden „Lebendige Kirche“ zu gestalten, vor Ort und ganz nah bei den Menschen. Eine Kirche, .die einlädt zum Glauben, die Orientierung gibt zum Leben, die berufen ist Licht der Welt und Salz der Erde zu sein, um Gottes Willen und zum Wohle der Menschen. Das ist und bleibt unser Ziel und unsere Berufung, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Und weil morgen im ganzen Kirchengebiet die für sechs Jahre neu gewählten Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher in feierlichen Gottesdiensten in ihr Amt eingeführt werden, darum möchte ich ihnen heute einmal sehr herzlich danken. Dafür, dass sie weitermachen, dafür, was viele in den letzten Jahren ehrenamtlich geleistet haben und dafür, dass sie vielmals morgen beginnen sich in leitender Funktion zu engagieren. Vor allem aber dafür, dass sie sich trotz mancher Fehlentwicklung in unserer Kirche nicht zurückziehen in das christliche Schneckenhaus des stillen Kämmerleins. Haben Sie herzlichen Dank dafür, denn ohne Sie geht es nicht.

Kurt Johann ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Gedern

 

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