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Beerdigung

 

Sie haben einen Trauerfall?


Dann müssen Sie jetzt eine Menge durchmachen..


Ihr Leben hat sich wahrscheinlich von einem Moment auf den anderen völlig verändert und Sie müssen mit Trauer und Schmerz fertig werden. Da stellen sich auch eine Menge Fragen: "Warum musste das geschehen?", "Wie geht es weiter?" und "Was ist zu tun?".

Neben einem Arzt sollten Sie auf jeden Fall ein Bestattungsunternehmen verständigen, das Ihnen in der Regel auch eine ganze Reihe von Formalitäten (Standesamt, Todesanzeige, Versicherungen usw.) abnimmt. Es nimmt auch Kontakt zur Friedhofsverwaltung wegen eines Grabplatzes auf.

Der Bestatter, die Bestatterin benachrichtigt für die kirchliche Bestattung auch die zuständige Pfarrerin oder den Pfarrer, wenn Sie selber es nicht tun wollen.

Einige Gedanken zum Überlegen  
Erdbestattung  
Feuerbestattung  
Seebestattung  
Anonyme Beerdigung  
Gestaltung der Trauerfeier  
nicht evangelisch?  
Welche Formulare müssen ausgefüllt werden?  

 


Einige Gedanken zum Überlegen


Tot.

Endgültig tot.

Kein Echo mehr. Stille.

Alles Leben scheint sinnlos. Vergeblich.

Warum?

Wie in Watte: Das Leben. Welches Leben? Ist das noch Leben?

Was bleibt denn angesichts des Todes, dieser Endgültigkeit?

Bildersuche im Fotoalbum: "Seltsam, es gibt so wenige, auf denen wir gemeinsam zu sehen sind".

Erinnerungen kommen hoch, nachgelesen im Tagebuch: "...im Konzert in Frankfurt gewesen. Unser Lied gehört: "Det bisschen Zärtlichkeit!" und du nahmst mich in den Arm".

Trauer, Tränen.

Und die Frage: Ist wirklich mit dem Tod alles aus?

Leben kann doch nicht einfach vorbei sein, zu Ende gehen, ohne dass etwas danach kommt. Macht es überhaupt Sinn, zu leben, wenn es sich nur um einige Jahre oder Jahrzehnte handelt? In der richten Zeit, im richtigen Land, am richtigen Ort und in der richtigen Familie geboren und aufgewachsen zu sein? Was ist dann mit Leben, das wenig Chancen hatte, zur Entfaltung zu gelangen?

Kein Mensch war tot und wurde wieder lebendig, etwa, um zu erzählen, wie es nach dem Leben weitergeht. Alle Berichte von "Scheintoten" sind Projektionen, Schlüsse oder gekennzeichnet von der Hoffnung, dass tot nicht tot heißt.

Tod und Leben sind eng miteinander verbunden, weil alles Leben zu Ende geht, stirbt. Das Ende des Lebens kann weit weg sein und ist doch ganz nah, jede Stunde, jeden Tag präsent. Der Tod umgibt uns, Todessehnsucht ergreift uns, häufig unbewusst. Ob im permanenten Spiel mit der Gesundheit und körperlicher Überforderung oder Ausbeutung; in der Faszination von Autorennen oder eigener häufig selbstmörderischer Fahrensweisen; dem Reiz von Actionfilmen; über den regelmäßigen Konsum von Drogen aller Art bis hin zu Begegnungen mit dem Tod im Krankenhaus oder den täglichen Meldungen in den Medien.

Der Tod ist um uns, Teil unseres Lebens und wird ganz persönlich zumeist verdrängt. Nicht ernst genommen führt er dann oft zu totalen Zusammenbrüchen, zu Leere und Hoffnungslosigkeit.

Tod bewirkt Trauer. Trauer und Traurigkeit sind Teile des Lebens, ohne die es keine Tiefe erhielte. Traurig sein zu können führt auf die Spur gelingenden Lebens. Es gibt kein Auf ohne Ab, keine Höhe ohne Tiefe. Im Gruß "Alles Gute wünsche ich dir" steckt die Erfahrung verborgen, dass nie alles gut sein kann, sondern nur gut werden möge.

Die christliche Auferstehungshoffnung nimmt das menschliche Ende in den Gedanken der Vergänglichkeit und damit auch der Unendlichkeit hinein. Der Mensch geht auf in die großen Geheimnisse um Werden und Vergehen. Weil er von Gott kommt, wird er wieder zu Gott gehen. Sein Leben hat den Sinn, einen wichtigen, wenn auch kleinen Teil im Laufe des Weltgeschehens darzustellen. Selbst der kleinste, scheinbar unbedeutenste Mensch geht in der Schöpfung nicht verloren. Nichts und niemand geht verloren, weil der Schöpferwille ihm jeweils seine Aufgaben zugeordnet hat.

Ist der Tod da, erhält "Zeit" eine andere Dimension. Plötzlich erscheint vieles, wenn nicht alles zweifelhaft, gar sinnlos. Die Tage sind ohne Bedeutung. Etwas ist mit dem Toten mitgestorben. Ein Stück meiner selbst geht dahin.

Es ist gut und wichtig, sich jetzt Zeit zu Besinnung und Trauer zu lassen, Abschied zu nehmen, zurückzublicken und das Leben neu auszurichten.

Wer war der Tote eigentlich?

Wie habe ich ihn erlebt?

Was kannte ich an ihm weniger?

Wer war er für mich?

Wofür bin ich ihm dankbar?

Was wird bleiben?

Was wird aus meinem Leben?

Dazu gehört, dem Gestorbenen eine angemessene Achtung und Ehre nach dessen Tod zu erweisen. Der Tote hat mich und mein Leben auf die ihm eigene Art geprägt. Ich lasse ihn los, und doch bleibt er in der Erinnerung bei mir. Als Zeichen der Trauer trage ich vielleicht eine besondere Kleidung, schmücke meine Wohnung und sein Bild mit Blumen, sein Geburtstag wird mein Gedächtnistag, sein Grab der Ort der Gedenkens. Dieser Abschied hilft mir, von meiner Traurigkeit zu einer guten Erinnerung zu gelangen, auch für das, was schwer oder weniger gelungen im gemeinsamen Miteinander war.

Hermann Hesses Gedicht Stufen steht für diese Zeit:

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andere, neue Bindungen zu geben.

Und jeden Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf um Stufe heben, weiten.

`Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise,

Und traulich eingewohnt, droht Erschlaffen,

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird auch noch die Todesstunde

uns neuen Räumen jung entgegen senden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

 

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Erdbestattung

Die Erdbestattung (etwa drei bis vier Tage nach dem Tod) war in unseren Breiten früher immer üblich und ist auch heute noch im ländlichen Raum der Normalfall.

Dabei gibt es zunächst eine Trauerfeier in der Trauerhalle des Friedhofs.

Anschließend zieht die Trauergemeinde hinter dem Sarg her zum offenen Grab. Der Weg dorthin kann sehr unterschiedlich lang sein. Bei gehbehinderten Angehörige sollte dies Beachtung finden.

Am Grab auf dem Friedhof findet in einer kleinen liturgischen Zeremonie die eigentliche Beisetzung statt. Danach haben die Angehörigen und alle anderen Trauernden Gelegenheit, Abschied zu nehmen.

Allgemein üblich ist der dreimalige Erdwurf. Dabei wird unter der Formel "Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub" dreimal ein wenig Sand oder Erde auf den Sarg geworfen. Dies ist ein Zeichen des Abschieds und gleichzeitig auch ein Symbol für die Vergänglichkeit des Menschen. Statt Sand werden heute zunehmend aber auch Blumen in das offene Grab geworfen.

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Feuerbestattung

Wenn Sie sich für eine Feuerbestattung entscheiden, dann ist diese Abfolge verändert.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten.

1. Sie nehmen zunächst in einer Trauerfeier Abschied und die Beisetzung der Urne findet dann später statt.

(Das kann im Extremfall auch einmal einige Wochen dauern.) Der Sarg bleibt dann am Ende der Trauerfeier in der Trauerhalle stehen, und Sie nehmen noch in der Kapelle Abschied. Manchmal wird der Sarg auch in den Wagen des Bestatters getragen, der sich dann nach einem kurzen Abschiedssegen entfernt.

Der Gang zur Grabstätte und das Absenken des Sarges ins Grab entfallen. Daher empfinden manche diese Form der Trauerfeier als nicht abgeschlossen.

2. Die Trauerfeier kann jedoch auch mit anschließender Beisetzung der Urne stattfinden.

Dadurch bleibt die Einheit von Trauerfeier und Beisetzung gewahrt. Allerdings ist die Zeit zwischen dem Tod und der Trauerfeier um einiges länger (etwa 1 1/2 bis 2 Wochen), was auch als nachteilig empfunden werden kann.

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Seebestattung

Auch eine Seebestattung ist möglich – im Binnenland freilich etwas selten. Fragen Sie dazu Ihr Bestattungsunternehmen.

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Anonyme Beerdigung

Die in der letzten Zeit verbreitete anonyme Beisetzung ist eine Feuerbestattung mit Trauerfeier und anschließender anonymer Beisetzung der Urne in einem großen Urnenfeld. Sie wissen dann nur ungefähr, wo die Urne liegt, und einen Grabstein gibt es nicht.

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Gestaltung der Trauerfeier

Die Trauerfeier hat in der Regel einen relativ festen Ablauf.

Orgelvorspiel

Begrüßung

Bibelvers

Lied

Schriftlesung und Gebet

Lied

Ansprache

Gebet

Lied

ggfs. Einladungen zu einer “Nachfeier”

Wort zum Auszug aus der Trauerhalle

Gang zum Grab

Absenken des Sarges

Aussegnung mit dreimaligem Erdwurf

Bibelvers und Vaterunser

Segen

Oft ist es hilfreich, sich an diese vorgegebene Abfolge zu halten. Selbstverständlich ist es aber auch möglich, Wünsche zu äußern. Vielleicht hat sich auch der jetzt Verstorbene Gedanken gemacht und seine Wünsche benannt oder aufgeschrieben. Diese sollten beachtet werden.

Ihnen wird als vom Tod direkt Betroffene vielleicht nicht nach Singen sein. Trotzdem kann ein gemeinsam gesungenes Lied tröstlich wirken, vor allem, wenn neben den Angehörigen noch Nachbarn und Freunde zur Trauerfeier kommen. Vielleicht hatte der oder die Verstorbene ja auch ein Lieblingslied, das dann oft mehr aussagt, als viele Worte.

Es ist aber auch möglich, dass die Orgel das Lied nur spielt, ohne dass gesungen wird.

Der Pfarrer oder die Pfarrerin wird Ihnen auf Wunsch beim Trauergespräch Liedvorschläge machen.

Hilfreich und oft tröstlich kann es auch sein, selbst ein Bibelwort für die Traueransprache auszusuchen.

Oft eignet sich der Konfirmations- oder Trauspruch des / der Verstorbenen. Ansonsten wird der Pfarrer oder die Pfarrerin einen geeigneten Vers aussuchen oder Vorschläge machen.

Für besondere Blumen und sonstigen Schmuck oder auch für andere Dinge wie zum Beispiel Kondolenzlisten wird der Bestattungsunternehmer Ansprechpartner sein. Er kennt sich mit den jeweiligen Gegebenheiten aus und weiß, wer für was zuständig ist.

Bei uns ist es noch überwiegend üblich, sich nach der Beerdigung zum Beerdigungsnachkaffee in den Gemeindehäusern (oder einer Gaststätte) zusammenzufinden. Wenn Sie es wünschen, lädt der Pfarrer oder die Pfarrerin in Ihrem Namen gerne dazu ein.

Der Beerdigungsnachkaffee hat auch einen symbolischen Sinn, denn Essen uns Trinken zeigt, dass man wieder zum normalen Leben zurückkehren will und dass wir als Christen die Hoffnung haben, bei Gott einmal wieder Gemeinschaft zu haben.

Doch gerade bei tragischen Todesfällen kann es für die Angehörigen nur schwer zu durchstehen sein, gleich mit vielen auf diese Weise zusammen sein zu müssen.

Lassen Sie sich also nicht zum Beerdigungskaffe überreden, wenn Ihnen nicht danach ist.

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nicht evangelisch

Sollte der oder die Verstorbene nicht evangelisch gewesen sein, so ist in Ausnahmefällen eine evangelische Bestattung unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem möglich.

In jedem Fall sollten Sie das Gespräch suchen.

Es gibt vier Möglichkeiten:

Sie haben ein Kind verloren, das noch nicht getauft worden war. Das ist besonders tragisch und schmerzhaft. In aller Regel steht aber einer kirchlichen Bestattung nichts im Wege. Denn wir dürfen davon ausgehen, dass Gottes Gnade durchaus auch denen gilt, die noch nicht getauft sind.

Das gilt entsprechend auch für totgeborene Kinder.

Der / die Verstorbene gehörte einer anderen Konfession an. Vielleicht hatte er / sie ja schon den Wunsch geäußert, evangelisch beerdigt zu werden. Oder es ist Ihr Wunsch als Angehörige. In jedem Fall sollten Sie mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer darüber sprechen und dabei deutlich machen, warum dies Ihr Wunsch ist. Streng genommen brauchen Sie dazu auch die Erlaubnis des eigentlich zuständigen Pfarrers, also des Pfarrers, in dessen Bezirk der / die Verstorbene gemeldet ist..

Etwas anders ist der Fall bei aus der Kirche Ausgetretenen. Die Entscheidung, sich von der Kirche abzuwenden, ist zu respektieren. Sie bedeutet ja den bewussten Verzicht auf eine kirchliche Begleitung – nicht nur im Leben, sondern auch danach.

Sollten Sie als Angehörige trotzdem eine kirchliche Beerdigung wünschen, wird der Wille des Verstorbenen zur Sprache kommen und dann eine Entscheidung gefällt werden müssen, die nicht gegen den Willen des oder der Verstorbenen ist.

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Welche Formulare müssen ausgefüllt werden?

Für die Bestattung muss natürlich ein Formular ausgefüllt werden. Dies werden wir gemeinsam bei einem Gesprächstermin erledigen. Sie können hierfür folgende Informationen schon bereitlegen:

Daten des Verstorbenen:

Name, Vorname, Geburtsname, Beruf, Konfession, Geburtsort, Geburtsdatum Sterbetag, Sterbeort, Standesamt, Registernummer.

Bei Verheiratung, Daten der Ehegatten:

Name, Vorname, Geburtsname, Geburtsdatum, Beruf, Familienstand, Konfession, Wohnsitz.

Bestattung:

Datum, Ort, Friedhof, Text der Grabrede, Name des Pfarrers.


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