Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Tagebuch aus dem Jahre 1945

März 1945 in Gedern

 

21.   März

 

Nachdem es ein paar Tage von der Front her ruhiger geworden war, schießt es heute von Westen und Südwesten ganz kräftig. Oft, oft gehen die Flieger über uns weg, bald detoniert es auch. Wir können aber nicht feststellen, wo es eingeschlagen hat.

 

22.    März

 

Die Schule ist geschlossen, die Muna ist von Tieffliegern angegriffen worden, große Aufregung. Das Artelleriefeuer hat sich etwas verlagert, aber verstärkt. Wir vermuten, dass es nach Frankfurt zu ist. Wir sind ganz abgeschnitten. Zeitung kommt nicht mehr, Radio geht nicht, wir haben keinen Strom.

 

23.   März

 

Wir halten doch wieder Schule, Die Fliegertätigkeit ist etwas geringer geworden, die Gerüchte aber umso größer. Viele sind aus Frankfurt gekommen, auch dort ein Hin und Her der Meinungen und verworrene Zustände. Ob Frankfurt wohl verteidigt wird? Die Aufregung wird auch hier immer größer, die Menschen strömen nur so aus den Städten. Wo wollen sie alle Unterkunft finden?

 

24.   März

 

Die Menschen kommen in hellen Scharen hierher und wollen weiter. Die Schule ist für 14 Tage geschlossen worden.

 

25.    März

 

Es ist kurze Andacht von Frau Pfarrer gehalten. Der Flüchtlingsstrom hält an, jetzt kann niemand mehr mit der Eisenbahn kommen. Sie kommen mit dem Rad und meist zu Fuß, mit Karren und Wägelchen die letzte Habe drauf. Es ist ein trostloses Bild, diese Menschen auf der Landstraße. Wo sollen sie nur Unterkunft. finden? Dazu die Erkenntnis, dass nichts mehr zu hoffen ist.

 

26. 27. 28.   März

 

Der Flüchtlingsstrom hält an, wir schälen Kartoffeln für die durchziehenden Menschen, Volkssturm ist nun auch von Frankfurt gekommen. Am 28. wimmelt es von deutschen Soldaten, alle fast ohne Waffen, zerstreut, ohne Führung, ohne Befehle. Sie sind alle sehr verzagt. Sie sind den amerikanischen Panzern überall gerade noch entgangen. Für wie lange aber???

Aus den Berichten der Soldaten geht hervor, dass Frankfurt bereits besetzt ist ebenso die ganze Lahngegend.

 

29.   März

 

Deutsche Soldaten bitten, dass wir für sie kochen. Sie haben sehr viele Lebensmittel bei sich. Sie verteilen auch großzügig. Es gibt einen schwunghaften Handel: Butter, Zucker, Nudel, Käse gegen Zigaretten und Streichhölzer. Gegen Mittag gibt es große Eile. Man spürt, es liegt etwas in der Luft. Die deutschen Truppen werden unruhig, manche können nicht mehr das gekochte Essen genießen, es geht wirklich alles sehr schnell her. In der Nacht sind der hiesige Bürgermeister und einige hohe Parteileute auf und davon, darüber große Empörung. Jetzt überstürzt sich alles. Die Frage der Verteidigung Gederns, die uns so viel Kopfschmerzen und Sorgen gemacht hat, ist keine Frage mehr, Gedern wird nicht verteidigt. Der Volkssturm, der in der letzten Nacht noch Panzersperren gelegt hat, ist bereits aufgelöst worden. Um 3 Uhr sieht man weise Fahnen aus den Häusern des Ortes. Jeder fürchtet für sein Leben, für sein Haus. Deutsche Soldaten sind wütend über das unwürdige Benehmen, man weiß nicht, woran man ist. Kein Radio, keine Meldung, keine Behörde da!!

 

Gegen 4 Uhr rollen, von Steinberg kommend, die amerikanischen Panzer an. Man hört sie schon von weitem, denkt, Flieger kämen. Wir sind im Keller, gehen von Zeit zu Zeit hinauf und gucken. Fast zwei Stunden lang geht der Zug der Panzer und Fahrzeuge durch Gedern durch. Am schwersten ist es für uns, wie die gefangenen Franzosen den Amerikanern laut jubelnd entgegen laufen. Panzerrollen und Jubel geht ineinander über. Gegen 6 Uhr wird es ruhiger. Dann erfolgen Streifen von einzelnen amerikanischen Soldaten durch die Häuser und Straßen. Sie fragen nach deutschen Soldaten und Waffen. In den meisten Fällen benehmen sie sich korrekt.

 

Die ganze Nacht durch geht das Rollen des Nachschubs, an Schlafen ist kaum zu denken.

 

30.   März

 

Der ganze Tag ist gekennzeichnet durch das ewige Rollen des Materials und der Menschen. Wir staunen immer wieder über die Menge und Güte des Materials. Man sieht: Amerika hat alles in Hülle und Fülle. Deutsche Soldaten, oft die, die gestern und heute noch bei uns waren, sitzen nun auf den feindlichen Panzern. Es bleibt kein anderer Weg als die Gefangenschaft.

 

31. März

 

Die ersten Verfügungen kommen heraus. Die Zivilbevölkerung darf nur von 8 bis 10 Uhr und von 4 bis 6 Uhr nachmittags auf der Straße sein, sonst muss sie sich in den Häusern aufhalten. Das Verhalten der Amerikaner ist sehr verschieden. Kindern geben sie oft Schokolade. Im Wald kann ein ganzer Zug mit deutschem Heeresgut von einen Fliegerhorst „geerbt“ werden. Da liegt alles bunt durcheinander: Wäsche, Gardinen, Porzellan, Seife, Bürsten usw. Wir holen uns auch davon. Die Amerikaner stehen rund herum und sehen lächelnd zu, sie haben das alles nicht nötig, nur die deutschen Menschen zanken sich oft um Einzelnes. Man spürt 6 Jahre Krieg. Manche schleppen sich geradezu ab.

 

 

1.   April, Ostersonntag

 

Von Ostern ist gar nichts zu spüren, die Kirche ist von den Russen eingenommen worden, das heißt, sie benutzen sie. Die vielen Ausländer sind die größte Schwierigkeit, sie haben nun mehr Rechte als wir. Sie holen sich, was sie brauchen. Wir haben 4 Stunden Ausgang. Nachts ist es nun ruhiger, aber am Tage geht der Strom ununterbrochen hin und her. Das Schlimmste ist, dass wir von allem abgeschnitten sind. Wir wissen gar nichts über das Geschehen außerhalb von Gedern. Im hiesigen Schloss ist alles zu „haben“. Neue und, alte Sachen, alles liegt wüst durcheinander. Hunderte von Eimern mit Gurken und Sauerkraut neben Schuhen, Stoffen, Kleidern. Vieles wird zertrampelt. es ist ein scheußliches Bild, manche haben sich für Jahre eingedeckt. Wir haben auch einiges Alte, haben es erst spät erfahren.

 

2.   April

 

Das Bild ist ziemlich unverändert, auf den Straßen rollt es hin und her, im Schloss zankt man sich um jedes Stück. Auch das Privateigentum der Arbeitsmaiden liegt herum, die Möbel werden abgeschleppt, es ist doch grässlich. Am Morgen hören wir eine starke Kanonade aus der Aschaffenburger Gegend. Wir kommen nicht recht dahinter, es wird gemunkelt, dass sich deutsche Kräfte dort zur Wehr setzen. Wir haben alle den Eindruck, dass dies gar keinen Zweck mehr hat, es ist jammerschade um jeden, der jetzt noch fällt. Wir bekommen Ausgehverbot. Wir müssen nun von früh 10 Uhr ab im Hause bleiben. Gegen Abend hören wir es oft schießen in nächster Nähe. Deutsche Soldaten sind noch in den Wäldern, Gesamtlage unverändert.

 

3.   April

 

Es kommen neue Verfügungen, manche Häuser mussten binnen ein paar Minuten geräumt werden, zum Teil für eine Nacht, zum Teil für länger. Das Verhalten der Amerikaner ist sehr verschieden, anständig und korrekt wechselt mit brutalem Vorgehen. Wir kriegen den ganzen Tag Hausarrest, warum wissen wir nicht, doch bald ahnen wir es. Die Wälder werden wieder ausgekämmt nach deutschen Soldaten. Viele Wagen fahren durch die Gegend, Posten werden aufgestellt. Wir hören schießen, doch passiert zum Glück nichts, doch in die nahe Schönau ist kräftig geschossen worden.

 

4.   April

 

Wir dürfen wieder vor- und nachmittags 2 Stunden heraus, doch um 4 Uhr kommt plötzlich der Befehl, dass alle Männer zwischen 16 und 60 Jahren sich sofort zu melden haben. Die Frauen dürfen in dieser Zeit das Haus nicht verlassen. Gegen 7 Uhr kommen die Männer zurück, zirka 40 sind als Gefangene abgeführt worden. Sie durften nicht noch einmal heim. Die meisten sind ohne Essen und Mantel.

 

Um 8 Uhr erscheinen bei uns im Haus 4 Amerikaner und wollen hier schlafen. Sie sind recht anständig, geben an, was sie gekocht haben wollen, Eier, Bohnenkaffee. Essen haben sie in Hülle und Fülle, das merkt man an allem. Als sie gerade beim Essen sind, kommt ein 5. Amerikaner und kommandiert sie sofort ab, sie müssen in der Stadt schlafen. Die Lage unseres Häuschens hat uns gerettet. Sie lassen in der Eile allerlei Schönes zurück. Man sieht, es kommt ihnen gar nicht darauf an.

5.   April

 

Der Betrieb geht weiter, der Nachschub rollt unentwegt hier weiter durch, wir kriegen dadurch keine Erleichterung im Verkehr und den Ausgehzeiten wie in den kleineren Ortschaften. Im Nachbardorf ist Radio, unser Wehrmachtsbericht meldet, dass die Amerikaner tief in Thüringen eingedrungen sind. Die Russen sind nahe an Berlin. Man versteht nicht, warum unsere Führung nicht nachgibt. Wozu jetzt noch verteidigen, wo alles umsonst ist?

 

6.   April

 

Die Franzosen sind zum größten Teil abtransportiert worden, die Russen noch nicht. Auf der Hauptstraße ist weiterhin viel Leben. In den Nachbardörfern soll es still und friedlich sein. Davon kann hier keine Rede sein. Den Bauern ist es ab heute erlaubt, von früh 7 Uhr bis abends 7 Uhr draußen zu arbeiten, das ist wegen der Frühjahrsbestellung wichtig. Alle Arbeiten aber nur im Umkreis von 2 km. Für uns bleibt es bei den 4 Stunden Ausgang.

 

Göring soll tot sein, man weiß nichts Genaues.

 

In der Schule ist alles demoliert, alles geklaut, kein Heft, kein Zeugnis, kein Buch ist mehr da, alles sieht aus wie ein Schweinestall, gelinde gesagt.

 

7.   April

 

Alle Parteiangehörigen, besonders die Angehörigen der SS und SA haben sich auf der Bürgermeisterei zu melden. Jetzt kann man wieder mal etwas vom „Bekennermut“ erleben!!!

 

Die Kirche wird gereinigt, morgen soll Gottesdienst sein. Diese Mitteilung ist sogar ausgeschellt worden. Der Militärpfarrer spricht gut russisch und englisch und ist der Behörde eine gute Hilfe. Jetzt ruft man also den Pfarrer !

 

Es wird erzählt, dass 40 km von uns die SS noch in Abwehr steht. ganzen ist es mit dem Verkehr viel stiller geworden, die Russen werden abtransportiert, das ist ein Segen.

 

Am Nachmittag kommt das Ehepaar Schleicher und erzählt von den letzten Tagen in Frankfurt, dort ging die ganze Entwicklung sehr ähnlich wie hier. Dort wurde also der Befehl der totalen Räumung gegeben, dann sind alle Parteistellen „abgerückt“, ein großer Teil der Einwohner ist geblieben. Drei Tage und Nächte war dort Artilleriebeschuss . In den Kellern wäre man sicher gewesen. All das ist nichts gegen das Elend, das die Menschen auf der Landstraße mitgemacht haben.

 

 

8.   April

 

Es ist Gottesdienst, die Kirche ist sehr voll, viele sind drin, die sonst nie dort waren. Der Pfarrer sagte: ,,Wir kommen aus einer dunklen Zeit und gehen in eine dunkle Zeit.“

 

9.   April

 

Wir hören, dass wir neue Lebensmittelkarten bekommen sollen, das ist sehr wichtig. Es wird vorläufig alles örtlich geregelt, wir haben es hier ja viel besser, aber die Menschen in den Städten ??

 

10.   April

 

Wir bekommen die sofortige Erlaubnis von früh 7 Uhr bis abends 19 Uhr draußen sein zu dürfen. Das ist eine große Erleichterung. Die Bauern sind nun dauernd draußen, sie sind froh, nicht mehr nach den Fliegern ausschauen zu müssen, die Sorge wegen der Bestellung und die Not mit den Tieffliegern war groß.

 

11.   April

 

Gerhard Kunath aus der Nachbarschaft ist durch Spielen mit einem Geschoss schwer verletzt worden, er wird es nicht überleben.

 

Die Transporte haben nachgelassen, aber heute Nacht sind große Kolonnenwagen hier durchgefahren, alle ohne abgeblendetes Licht, ein beinahe schauriges Bild, dazu ständig Flieger als Begleitung.

 

12.   April

 

Die Lage ist unverändert. Wir können die Wehrmachtsberichte wieder hören, unsere und die des Gegners. Er ist weit vorgestoßen in deutsches Land, und man versteht nicht, warum von unserer Seite aus nicht kapituliert wird. Mitteldeutschland, besonders Berlin, wird Tag und Nacht bombardiert. Wozu müssen noch so viele Menschen sterben, da nichts mehr zu hoffen ist??

 

13.   April

 

Nachdem die Männer und Jungen den größten Dreck aus dem Schloss entfernt haben, gehen heute die Frauen hin und putzen. Am Nachmittag ist die Beerdigung von dem kleinen Gerhard, er konnte nicht mehr gerettet werden. Roosevelt soll gestorben sein am Hirnschlag.

 

14.   April

 

Das Gerücht, dass in Frankfurt Typhus sei, hat sich nicht bestätigt. Es geht ununterbrochen ein Strom Menschen zurück nach Frankfurt, alle zu Fuß, manche mit dem Rad.  

Es sind keine neuen Bestimmungen herausgekommen. Von neuen Transporten erkennen wir nichts.

 

15. 16. 17.  April

 

Hier nichts von besonderer Bedeutung. Zwei Gasthäuser mussten ganz räumen zur Aufnahme der Amerikaner. Am Bahnhof wird hin und wieder etwas gearbeitet, wir hatten schon gehofft, doch ist an einen Verkehr gar nicht zu denken. Wann werden wir heim können???

 

18. und 19. April

 

Frau Sauer ist zu Fuß nach Grebenhain gelaufen. Dort ist keine Besetzung, ein Australier führt die Geschäfte, er soll sehr nett sein. Die Sprengung der „ Muna “ kurz vor Eintreffen der Amerikaner hat viel Aufregung und auch Schäden hervorgerufen.

 

20. bis 23. April

 

Nichts Neues, außer, dass wir abends bis 20 Uhr draußen sein dürfen und uns 6 km weit vom Ort entfernen dürfen. Dafür ist eine ganz strenge Kontrolle am Ortsausgang und in Selters. Es sollen schon einige Leute wegen unerlaubten Fortgehens festgehalten worden sein und nun „sitzen“.

 

Am Bahnhof wird eine Lokomotive geheizt, das beschäftigt alles!! Ob es doch bald zum Fahren kommt?

 

24. bis 28. April

 

Wieder ist ein schlimmes Unglück passiert:

 

Zwei größere Jungen Eckert und Steinmetz, 16 Jahre alt, haben am Bahnhofsgelände mit Munition gespielt oder geschossen, beide sind tot, arg verstümmelt.

 

Es werden nun für die Flüchtlinge Passierscheine ausgegeben, sie können nun ohne Angst auf der Landstraße laufen, an Fahrgelegenheit ist nicht zu denken.

 

Göring hat abgedankt und soll mit Familie im Flugzeug Deutschland verlassen haben. Hitler soll in einem Tiefbunker Berlins die Befehle ausgeben. Wann fällt der letzte Schuss, jede Stunde erfordert unnütz neue Opfer.

 

29. und 30. April

 

Göring soll nun tot sein, Man erfährt fast nichts Genaues mehr. Hitler soll schwer verwundet sein und nur noch wenige Stunden leben. Göbels sei bei ihm. Himmler habe die Kapitulation angeboten, an Amerika und England, es wird verlangt, dass er sie auch Russland anbietet. Wir haben ganz unregelmäßig Strom und können deshalb fast kaum Radio hören, sind also wieder von allem abgeschnitten.

 

1. bis 6. Mai

 

Hier in Gedern ist zum Glück nichts Besonderes geschehen, die Schule hat ihr Dachgeschoß eingebüßt, die Polen haben Feuer gemacht, es hat gebrannt. Sonst ist außer neuer Besatzung, die wie der ganze Straßenzüge zu räumen verlangte, nichts geschehen.

 

Sorge macht uns die Tatsache, dass im nahen Hirzenhain kurz vor der Ankunft der Amerikaner noch ein Massenmord stattgefunden hat. Bald 100 Leichen sind gefunden, es ist grausig. Dort war ein Strafgefangenenlager. Wie ist so etwas nur möglich?? Ein ganzes Volk kann nun büßen. Manche Zwangsmaßnahme der Gegner ist zu erklären durch solche Dinge. Wir sind nicht nur besiegt, wir sind auch mit Schande beladen. Die Gegner werden keine Gnade walten lassen bei den hohen Herren der Partei. Die Radiomeldungen widersprechen sich. Hitler ist tot. Einmal heißt es, er sei gefallen, dann, er habe sich erschossen, dann, er habe einen Schlaganfall erlitten, der zum Tode führte. Auch die anderen Regierungsmitglieder sind tot. Die Kapitulation geht weiter, aber auch der Kampf gegen Russland. Doch haben die Russen ja fast alles bis Berlin besetzt. Auch Süddeutschland ist nun in Händen der Gegner.

 

7. bis 13. Mai

 

Für uns ist als Neuigkeit die Verordnung, dass wir von früh 5 Uhr bis abends um 9 Uhr heraus dürfen, das ist fein, es ist nämlich sehr heiß, um 7 Uhr sind im Schatten schon 18 Grad mittags gegen 3 Uhr. Es grünt und blüht alles, aber wir sind doch alle sehr in Sorge um die Zukunft. Wer weiß, was alles noch kommt. Die Ermordung der Menschen in Hirzenhain hat für die hiesige Gegend viele Unannehmlichkeiten gebracht, dauernd werden Männer geholt zu allen möglichen Arbeiten. Die Leichen sollen jetzt noch gewaschen werden, Särge wurden angefertigt, die Menschen beerdigt und wieder ausgegraben, da sie nun inmitten des Ortes begraben werden sollen. Die unmenschlichen Dinge in den Konzentrationslagern schaden am meisten, aber die Bevölkerung hat ja nichts gewusst. Sie muss nun büßen. Nun heißt es, dass Göring gefangen und bereits verhört sei, auch die meisten anderen „höheren“ Stellen, nur von Himmler hört man gar nichts. Seit gestern rollen die Panzer wieder in umgekehrter Richtung. Das Rollen schreckt uns nicht mehr, seit gestern ist auch die Verdunkelung aufgehoben.

 

8. Mai

 

Verkündung des "F r i e d e n s“. Deutschland hat bedingungslos kapituliert.

 

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