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Kirchenbrand 2004 KA vom 29.10.2004

 

Kreisanzeiger vom 29.10.2004

 

„Schmerz sitzt tief, aber wir schaffen das“

 

Schaden an Gederner Kirche: 400 000 Euro und eventuell mehr

 

Von Wolfgang Kunert

 

GEDERN. Auch zwei Tage nach dem Brand in der evangelischen Kirche in Gedern herrscht in der Bevölkerung Fassungslosigkeit über das, was am Dienstagabend geschah. Das Unglück hat im Ort und über dessen Grenzen hinaus eine Anteilnahme ausgelöst, die Pfarrer Kurt Johann kaum in Worte fassen kann.

 

„Der Schmerz über das Geschehene sitzt bei den Menschen sehr tief, aber der Zuspruch der Gemeinde gibt mir Zuver­sicht, dass wir das Unglück verarbeiten werden und den Wiederaufbau schaffen“, blickt der Pfarrer zuversichtlich in die Zukunft. „Durch Gottes Gnade und durch die bewundernswerte Leistung der Feuer­wehr sind wir beim Brand in unserer Kirche zwar nicht vor schlimmem Scha­den, aber doch vor einer großen Katastro­phe bewahrt worden“, so Johann.

In den zurückliegenden Tagen habe er zahlreichen Zuspruch und Unterstützung aus der eigenen Gemeinde, aber auch aus der Region und nicht zuletzt von den Vereinen und Menschen in Gedern erfah­ren. Eine unglaubliche Welle der Hilfsbe­reitschaft habe der Brand ausgelöst. „Um den Wiederaufbau der Kirche ist mir bei solcher Solidarität nicht bange.“ Dafür würde Johann am liebsten allen persönlich seinen Dank ausdrücken.

 

Doch zurzeit ist er mit den Mitgliedern des Kirchenvorstandes dabei, die Sachla­ge zu eruieren. Dabei wird die Summe des Schadens, den das Feuer hinterlassen hat, fast stündlich höher. „Ohne übertreiben zu wollen“, schätzt Johann den entstandenen Sachschaden bisher auf rund 400 000 Euro. Allerdings seien noch einige Fragen offen. So war bis gestern der Zustand der Orgel noch nicht feststellbar. „Sie gibt Töne von sich“, stellte der Pfarrer erleich­tert fest, räumte allerdings ein, dass man noch nicht wisse, wie es in ihrem Inneren aussehe. Auch der Umfang der notwendi­gen Renovierung des gesamten Kirchenschiffs sei noch nicht vollständig aufgelis­tet. Fakten, die die Schadenshöhe durch­aus noch ansteigen lassen können.

 

Derzeit sind Handwerker dabei, die Kirchentüren durch massive Holzgitter zu sichern. Die Gitter dienen dazu, dass die Portale offen bleiben, um die Kirche zu belüften. Gleichzeitig wird damit verhin­dert, dass Unbefugte die Brandstelle betre­ten. Kurt Johann hofft, dass die Schadensaufnahme zügig durch Versicherungen und Behörden abgeschlossen wird, damit die Renovierung und der Wiederaufbau der Empore in Auftrag gegeben werden können. „Wir wollen Weihnachten in unserer Kirche feiern“, so Johann.

 

Gottesdienste verlegt

 

Vorerst müssen die Gemeindemitglie­der allerdings einige Zeit auf die Nutzung der Kirche verzichten. Am kommenden Sonntag findet der Gottesdienst ab zehn Uhr im Gemeindehaus statt. „Als Zeichen unserer großen Dankbarkeit für die Feuer­wehr, werden wir den Gottesdienst zur Kirchweih am Sonntag, 7. November, im Feuerwehrgerätehaus abhalten. Diese Frauen und Männer haben unsere Kirche in letzter Sekunde gerettet“, erklärte Jo­hann gestern. Aus diesem Grund werde der traditionelle Kerbbaum auch bereits um 9.30 Uhr vor dem alten Rathaus aufgestellt. Um zehn Uhr beginnt dann der Gottesdienst. Anschließend wolle man gemeinsam mit den Mitgliedern der Feu­erwehr deren erfolgreichen Einsatz feiern, erläuterte der Pfarrer.

 

Am 21. November wird der Gottes­dienst aus Anlass des Totensonntags um zehn Uhr auf dem Gederner Friedhof beginnen.

 

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