Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Kirchenbrand 2004

 

 

 

Wir sind jetzt am Wendepunkt angelangt

 

Fünf Wochen nach dem Kirchenbrand in Gedern „Ausräumarbeiten“ abgeschlossen – Erster Gottesdienst am Palmsonntag

 

Von Wolfgang Kunert

 

GEDERN. „Es tut noch immer weh“, so Kirchenvorstand Horst Kissel, als er zusammen mit Pfarrer Kurt Johann die evangelische Kirche in Gedern betritt. Auch wenn durch bisher erfolgte Sanierungsmaßnahmen der Brandgeruch nicht mehr durch das Kirchenschiff wabert, werden beide immer wieder an die schrecklichen Ereignisse des 26. Oktober erinnert.

 

An diesem Abend brannte die Kirche (der Kreis-Anzeiger berichtete). Ein Feuer, das trotz schnellen Einsatzes der Feuerwehr erheblichen Schaden anrichtete, was erst in den Tagen danach sichtbar wurde, erläutert Horst Kissel in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Bauausschusses der Kirchengemeinde. Unermüdlich engagiert er sich ehrenamtlich zusammen mit den anderen Kirchenvorstandsmitglieder um den „Wiederaufbau“ des Gotteshauses.

 

„Wir sind jetzt am Wendepunkt angekommen“, beschreibt Kissel die Situation. „Das Heraustragen des Kaputten hat ein Ende. Jetzt kommt das Neue.“ Kissel und Johann wollen damit deutlich machen, dass man jetzt den Schadensumfang wisse und mit der eigentlichen Sanierung beginnen könne.

 

Aus diesem Grund prägt im Moment ein Baugerüst das komplette Kirchenschiff. Die Orgel ist zum Teil abgebaut und ihr „Rest“ ist eingehaust. Während Arbeiter dabei sind, die Decke zu renovieren, beschäftigen sich Handwerker bereits mit der Elektrik der Kirche, die komplett erneuert werden muss. „Alles Folgen des Feuers“, so Kissel. Er hat inzwischen einen fast kompletten Überblick über die tatsächliche Schadenshöhe. “Allerdings endgültig wissen wir die Summen erst Mitte dieses Monats. Daher will er bisher auch noch keine exakten Zahlen nennen, aber ein mehrfacher sechsstelliger Betrag sei es in jedem Fall.

 

 

Kissel und Johann räumen ein, dass im Rahmen der Brandsanierung auch Arbeiten ausgeführt würden, die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit dem Feuer stehen. „Es wäre eine total verpasste Chance, wenn wir diese notwendigen Arbeiten jetzt nicht gleich Mitausführen würden“. So der Bauausschussvorsitzende. Dies betreffe vor allem die Orgel und die Beleuchtungsanlage. Aber auch die Deckengestaltung. Hier werde man nicht wieder einfach eine Holzkonstruktion einziehen, sondern die ursprüngliche Version der 1874 gebauten Kirche wieder herstellen. „Dabei fallen Kosten an, die eventuell nicht von der Versicherung getragen werden“, deutet Johann an. Für Kissel das Stichwort, um sich bei all denen zu bedanken, die bisher durch Spenden die Renovierungsarbeiten unterstützen. Er hofft, dass man dieses Geld ausdrücklich für die notwendige Orgelsanierung einsetzten könne. Das Instrument habe zwar unter dem Brand gelitten, doch beim Auseinandernehmen seien Schäden festgestellt worden, die vermutlich nicht von der Versicherung getragen werden. Ob das Geld reichen wird, stehe erst in zwei oder drei Wochen fest, so Kissel.

 

Eine erhebliche optische Aufwertung soll die Kirche durch eine neue Beleuchtungsanlage erfahren. Die als altertümlich zu bezeichnende Lampenanordnung aus der Zeit vor dem Brand sei nicht mehr tragbar gewesen, so Kissel. Daher habe man jetzt unter Hinzuziehung von Spezialisten ein neues Beleuchtungssystem ausgewählt, das die Kirche in einen „neuen Licht“ erstrahlen lassen soll.

 

Insgesamt werde das komplette Kirchenschiff, in Abstimmung mit Restauratoren, Denkmalpflegern der Landeskirche und den für die Schadensregulierung zuständigen Versicherungen, „überholt“. Dabei hat Kissel einen akribisch ausgearbeiteten Zeitplan entwickelt, an dem sich die Handwerder, vorwiegend aus dem heimischen Raum halten müssen. „Palmsonntag 2005 wollen wir in unser Gotteshaus einziehen“, begründet Pfarrer Johann den Zeitdruck. In diesem Zusammenhang dankt er auch Horst Kissel für dessen Einsatz. „Ich werde für meine Arbeit bezahlt, aber was die Mitglieder der Kirchvorstandes ehrenamtlich seit dem Brand leisten ist einfach fantastisch“.

 

 

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