Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Unsere Kirche 1958

 

Bericht aus dem Kreisanzeiger aus dem Jahre 1958

 

 

Gedern (mg). Mitten im Stadtkern stehend, überragt die ganz aus heimischem Basalt erbaute Kirche mit ihrem 37 m hohen Glockenturm weit die Dächer von Gedern. Auf dem Kirchenvorplatz an der Hauptstraße recken zwei alte Linden ihre mächtigen Kronen.


Dieser stolze Kirchenbau zählt mit zu den ältesten von Oberhessen. Schon im Jahre 797 wird in der Schenkungsurkunde eines Reginher an das Kloster Lorsch die Marienkirche zu Geriwarda in pagus Wedereiba (zu Gedem im Gau Wetterau ) erwähnt, welche mit 8 Hörigen dem Kloster zufiel. Es ist anzunehmen, dass die Gederner Marienkirche die älteste und einzige in unserer Umgebung war und auch gleichzeitig als Pfarrkirche den näheren Ortschaften um Gedern diente. Im Jahre 1260 stritten sich Rosemann von Kempenich und Ludwig von Ysenburg um das Patronatsrecht der Kirche zu Gedern. Während des 14. Jahrhunderts waren die Dörfer Ober-, Mittel- und Nieder-Seemen sowie Volkhartshain von der Mutterkirche in Gedern abhängig.

Die alte Marienkirche, von der keine Erinnerung mehr erhalten ist, muss um das Jahr 1300 durch einen Neubau ersetzt worden sein. Dieser Kirchenbau in der Zeit der Gotik erhielt einen starken Turm aus Basaltsteinen, und wegen der damaligen unsicheren Zelten wurde er zum Wehrturm ausgebaut und mit Schießscharten versehen. Dieser Turm ist heute noch erhalten. Um die Kirche scharte sich auch damals der Friedhof. Er war mit einer starken Mauer umgeben und diente in Kriegszeiten oft als letzter Zufluchts- und Verteidigungsort.
Die Errichtung einer Kaplanei wird 1512 erwähnt und 1524 wurde Johannes Geiß die Pfarrstelle in Gedern übertragen. Er trat 1539 nach Einführung der Reformation durch Ludwig II. zur lutherischen Lehre über. 1728 wurde das von Hofprediger Dietrich Kersten in Gedern zusammengestellte „Stolberg-Gederische Gesangbuch" in Büdingen gedruckt. In demselben Jahr musste auch die Kirche wieder umgebaut werden. Nur der Wehrturm aus dem Jahre 1300 blieb in seinem untersten Teil erhalten. Er erhielt die jetzige Barockspitze.

1841 befand sich die Kirche wieder im reparaturbedürftigem Zustand. Der regierende Graf Heinrich zu Stolberg erließ einen Aufruf an die Bürger Gederns, wieder ein reinliches Gotteshaus zu schaffen. Dank seiner und aller Einwohner Hilfe gelang es, die großen Kosten für den Neubau des Kirchenschiffes aufzubringen. Zwei lange Listen der hand- und spannwilligen Bürger Gederns weisen 206 Namen auf, deren Nachkommen zum Großteil heute noch in Gedern ansässig sind. 1847 war der Kirchenneubau beendet. Die in diesen Jahren erbaute neue Staatsstraße führte so dicht an der Kirche vorüber, dass der alte Friedhof verlegt werden musste und die Friedhofsmauer abgebrochen wurde. Die Grabsteine am der heutigen inneren Kirchenwand stammen von dem ehemaligen Friedhof um die Kirche. Das Pfarrhaus wurde 1859 erbaut.

Das Geläute der Kirche erklang am 15.3.1957 erstmals nach 15 Jahren wieder voll. Die größte der im letzten Weltkrieg abgelieferten Glocken war wegen ihres hohen Alters (Guß 1721) nicht zur Einschmelzung gekommen.

 

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