Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Die Entstehung unserer Kirche

 

In Gedern stand schon im Jahre 797 eine Kirche

 

 

Die grundlegende Umgestaltung und Neueinrichtung der evangelischen Kirche in Gedern gibt Veranlassung, auf das Alter und die Geschichte des Gotteshauses hinzuweisen. Kirchenchronik und Heimatforschung haben die wichtigsten Ereignisse aus der Vergangenheit festgehalten. Die Gederner Kirche, eine Marienkirche, die Vorgängerin des jetzigen Gotteshauses, war die älteste und wohl auch einzige Kirche in der hiesigen Gegend. Sie diente als Pfarrkirche auch für die benachbarten Ortschaften und wurde schon im Jahre 797 in einem Güterverzeichnis des Klosters Dorsch erwähnt.

 

Wann sie erbaut wurde, ist nicht bekannt. Auch ist von der alten Marienkirche nichts mehr erhalten geblieben. 797 schenkte Reginher die Marienkirche zu Geriwarda in pagus Wettereiha nebst 8 Hörigen dem Kloster Lorsch. Das Recht über die Kirche ist später auf den Erzbischof von Trier übergegangen

 

1247 wird Gerlach von Büdingen, der Verwalter des Königforstes , zu dem auch Gedern gehört erwähnt. Der Besitz fiel an seine Schwiegersöhne. Zwei von ihnen, Rosemann von Kempenig und Ludwig von Ysenburg stritten sich 1260 über das Patronatsrecht der Kirche zu Gedern. 1313 gehörte es dem Ysenburger Grafen. Aber 1316 belehnte der Erzbischof von Trier einen anderen der Schwiegersöhne, Eberhard von Breuberg. mit der Hälfte des Ortes Gedern und dessen Gerichtsbarkeit. Während des l4.Jahrhunderts waren von der Gederner Mutterkirche abhängig die Kirchen in Ober-, Mittel- und Nieder - Seemen sowie Volkartshain .

 

Um das Jahr 1300 muss die alte Marienkirche in Gedern durch einen Neubau ersetzt worden sein, Der Bau dieser Kirche fiel in die Zeit der Gotik, darum erhielt der Turm eine gerade achteckige Spitze mit einem Kreuz als Abschluss. Der unsicheren Zeiten wegen wurde der Turm aus starken Bruchsteinen erbaut und als Wehrturm mit Schießscharten versehen. Dieser Turm ist noch erhalten. Damals befand sich der Friedhof neben der Kirche und war mit einer starken Mauer umgeben. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen war dort die letzte Zuflucht - und Verteidigungsstätte.

 

Unter der Herrschaft der Eppensteiner wird 1512 die Einrichtung einer Kaplanei erwähnt. 1524 wird Johann Geiss die Pfarrstelle übertragen. Dieser trat später zur lutherischen Lehre über. 1539 führte Ludwig II. von Stolberg die Reformation in Gedern ein. Die Pfarrer, die an der Kirche tätig waren sind durch die Jahrhunderte namentlich aufgeführt.

 

In letzter Zeit waren dies Pfarrer Heinrichs bis 1903, von 1904 bis 1911 Pfarrer Germer , danach Dekan Widmann, Pfarrer Saal, Dekan Knierriem und Pfarrer Riewe .

 

1728 wurde in Büdingen das Stolberger - Gederische Gesangbuch gedruckt. Es war zusammengestellt von Hofprediger Kersten, Gedern. Im demselben Jahr wurde die Kirche umgebaute

 

Der Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert blieb in seinen untersten Teilen erhalten. 1825 werden als Kircheninventar aufgeführt: 3 Glocken 1800 fl. (Gulden), 1 Kirchenorgel 1500 fl., 1 Kirchenuhr 40 fl., 2 Totenbahren 4 fl., 2 wollene Tücher 2 fl.

 

In Jahr 1841 befand sich die Kirche wieder in reparaturbedürftigen Zustand, Die Witterungseinflüsse durch das letzte Jahrhundert hatten Dach- und Balkenwerk stark beschädigt. Zu Pfingsten 1841 brach während des Gottesdienstes die Decke ein, und wie durch ein Wunder wurde in der übervollen Kirche kein Besucher des Gottesdienstes ernstlich verletzt. Das Gotteshaus war in einem derart schlechten Zustand, dass keine Gottesdienste mehr darin abgehalten werden konnten. Zu den gottesdienstlichen Feiern wurden in den folgenden Jahren der damalige herrschaftliche Schafstall, die heutige alte Turnhalle benutzt. Graf Heinrich zu Stollberg forderte die Gemeinde auf, ihr Möglichstes zu tun, wieder eine feste und reinliche Kirche mit Hilfe Gottes und zu seiner Ehre herzustellen. Dem Kirchenvorstand gehörten damals an: Christian Diehl, Heinrich Weber, Gustav Schmidt, Christian Höss , Philipp Ackermann, Heinrich Nispel , Jakob Klug und Bürgermeister Carl.

 

Es fiel der Gemeinde sehr schwer, die hohen Kosten für den Umbau des Kirchenschiffes aufzubringen. Das Bauholz musste aus den standesherrschaftlichen Waldungen bei Ranstadt und Glauberg herangeschafft werden. Die Gederner Bürger leisteten dazu bereitwillig Hand- und Gespanndienste. In langen Listen sind die Namen der Hilfsbereiten aufgezeichnet. Die eine Liste enthält 100 Namen, die andere 106. Darin findet man die bekannten Familien, oft in mehreren Zweigen, wie Weber, Moog, Stiebeling , Landmann, Oberheim, Mehring , Reichert, Müller, Rullmann , Diehl und viele andere.

 

Kurze Zeit vorher war die neue Staatsstraße Hirzenhain - Gedern fertig geworden. Auf eine Eingabe des Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen wurde zum Neubau der Kirche die Abgabe des Chausseegeldes auf den Staats- und Provinzialstraßen erlassen, Das Kirchenschiff wurde zu einer einfachen Basilika umgebaut. Die neue Staatsstraße führte so dicht an der Kirche vorüber, dass der Friedhof verlegt werden musste und die Friedhofsmauer verschwand. 1847 war der Innenausbau der Kirche beendet, und 1859 wurde das Pfarrhaus erbaut.

Das innere der Kirche wurde im Jahre 1965 grundlegend renoviert. Auf dem Bild ist das Innere der evangelischen Kirche von Gedern in ihrem jetzigen Zustand zu sehen. Die Renovation hat etwa 2 Jahre erfordert, da gleichzeitig ein gründlicher Umbau vorgenommen wurde. Die auf schweren Sandsteinsäulen viel zu hoch angebrachten Emporen wurden entfernt und in der jetzigen Form neu gebaut. Es galt, einen Weg zu finden, um das modern gehaltene Schiff der Kirche dem vorhandenen Raum anzupassen. Wie das Bild zeigt, ist dies dem planenden Architekten gelungen.

Auch die neue Orgel fügt sich gut in das Innere ein. Es handelt sich um ein elektropneumatisches Werk mit 22 Registern, das eine herrliche Klangfülle hat. Es ist eine konzertreife Orgel entstanden, an der die Gemeinde viele Jahre ihre Freude haben soll. Das Werk wurde mit eigenen Mitteln der Gemeinde von Orgelbaumeister Schmidt-Gelnhausen erstellt. Die Kirche hat fast 700 Sitzplätze und genügt den Ansprüchen der Gemeinde.

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