Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Kreisanzeiger vom 16.11.2013

 

 

Gedanken zum Sonntag

 

 

Volkstrauertag - Wer trauert um wen?

 

Von Pfarrer Kurt Johann

 

Bericht im Kreisanzeiger vom 16. November 2013

 

 

Trauert ein Volk um seine im Krieg getöteten Soldaten, um die Opfer von Krieg und Gewalt? Oder trauern wir um die Völker, die nach wie vor ihre Söhne und Töchter in den Krieg schicken? Ich denke, der Volkstrauertag hat beide Aspekte des gemeinsamen Gedenkens zu berücksichtigen.

 

Der Prophet Jeremia schreibt in Zeiten, in denen sich Israel zum Krieg gerüstet hat: "Ich habe achtgegeben und gehört: Sie reden, was nicht recht ist. Da ist keiner, der seine Bosheit bereut und sagt: Was habe ich getan! Alle wenden sie sich [weiter ab] in ihrem Lauf wie ein in den Kampf stürmendes Pferd" (Jeremia 8,6). Wie ein in den Kampf stürmendes Pferd. Durch nichts zu stoppen, keine Möglichkeit, einmal anzuhalten oder gar umzukehren.

 

Ich denke, das beschreibt ganz gut, wie auch heute noch Regierungen und Ideologen keine andere Handlungsoption mehr sehen können, als Menschen in den Krieg und in den Tod zu schicken.

 

Kriege gibt es reichlich und die reiche Welt liefert die Waffen dazu. Volkstrauertag, das ist auch ein Bekenntnis zum Frieden und ein Protest gegen den Krieg. Schade, dass wir meist recht alleine an den Gedenkplätzen und Ehrenmälern stehen. Friedenssehnsucht, das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt, der Protest gegen Waffenlieferungen in meist arme Kriegsregionen, wie Nigeria oder Syrien, das sollte eigentlich eine Massenbewegung sein.

 

Denn Jesus spricht: Selig sind die Frieden stiften. Sie sind Gottes Kinder. Frieden ist für Christen daher alternativlos.

 

Kurt Johann ist Pfarrer für die evangelische Kirchengemeinde in Gedern.

 

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