Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Kreisanzeiger vom 28.03.2013

 

 

Kein Neuanfang ohne das Ende

 

Von Pfarrer Kurt Johann.

 

Ende Januar war ich in Israel und besuchte die Grabeskirche. Nicht zum ersten Mal, aber immer wieder ergreifen mich dort die Atmosphäre und die Gebete der Gläubigen.

 

Ziemlich zweifelsfrei ist die Grabeskirche nicht nur eine heilige Stätte, sondern auch ein historischer Ort. Hier also ist Golgatha. Hier ist Jesu gekreuzigt worden. Und dort, wo die Menschen zum Gebet niederknien, ist er begraben worden. In einem Grab, das ihm Joseph von Arimathea, ein reicher Nachfolger Jesu, zur Verfügung gestellt hatte.

 

Ich zünde Kerzen an. Für meinen Vater, meine Mutter und meinen Bruder. Ich erinnere mich, denke an sie. Fühle mich traurig, versuche eine Leere in mir mit Gebet und Erinnerung zu füllen. Traurigkeit und Trauer müssen immer wieder neu erlebt werden. Hoffnung entsteht nicht im oberflächlichen Glück, sondern in der Tiefe unserer Seele.

 

Karfreitag holt uns in diese Trauer wieder hinein. In vielen Gemeinden sind die Gottesdienste am Karfreitag nicht gut besucht, man feiert viel lieber die Osternacht und die Freude der Auferstehung. Aber es wird nicht Ostern ohne Karfreitag, es gibt auch keine Auferstehung ohne den Tod, und keine Hoffnung ohne Trauer, keinen Neuanfang ohne das Ende. Weil ich sehr traurig bin über den Tod meiner Eltern und meines Bruders, bin ich auch voller Hoffnung. Jesus ist für uns gestorben. Jesus ist für uns auferstanden. Darauf will ich vertrauen. Das Grab ist der Ort der Trauer und der Auferstehung. Karfreitag und Ostern. Das eine kann nicht ohne das andere sein. Vielleicht gelingt es uns darum auch beide Gottesdienste zu besuchen, gelingt es uns unserer Trauer am Karfreitag nachzuspüren und unserer Hoffnung am Ostersonntag. Christus ist gestorben, begraben und auferstanden.

 

Ihnen allen einen gesegneten Karfreitag und ein gesegnetes Osterfest.

 

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