Evangelische Kirchengemeinde Gedern
Kirche > Berichte auf der Hompage, siehe oben vom 10.11.2010

Kirchenfenster BoNuS vom 10.11.2010

  

(Alle Texte und Bilder wie auf den Seiten von Kirchenfenster-Bonus  "www.kirchenfenster-bonus.de")

 

Abschlusskonzert der Kirchenmusiktage in Gederner Kirche - Intensive Wochen mit 32 Veranstaltungen
Feierlicher Auftakt der Kirchenmusiktage

" Sie haben unsere Seelen berührt "




Von Elfriede Maresch.

Fotos: Gert Holle.

 

 

(GEDERN/em) - „Gott ist mein Lied“ - eindringlich nahm der „Gottesdienst in anderer Gestalt“ zum Schluss der Kirchenmusiktage 2010 das Motto noch einmal auf.

Mit einem Orgelvorspiel zum Choral mit demselben Text stimmte der Schotten-Dekanatskirchenmusiker Kiwon Lee die mehr als 100 Besucher in Gederns evangelischer Kirche ein. Im Wechsel zwischen Männer- und Frauenstimmen, dirigiert von Niddas Dekanatskirchenmusikerin Daniela Brinkmann, wurde der Choral dann gesungen. Pfarrer Kurt Johann sprach die Eingangsliturgie und stimmte mit dem Psalm 98 auf die Betrachtung von Pfarrerin Ina Petermann ein. Und doch war noch der Taizé-Kanon „Cantate Domino“ eingeschoben, bei dem Büdingens Dekanatskirchenmusikerin Barbara Müller die Stimmen der Gemeinde zusammen führte. „Gott singe mich“ - in der Musik schwinge der Uratem der Schöpfung selbst, meinte die Theologin und traf damit den Kern der Kirchenmusiktage, die sich bei aller musikalischen Qualität nicht als bildungsbürgerliches, sondern spirituelles Angebot verstanden. Petermann erinnerte an Schlüsselsituationen biblischer Berichte, in denen die Menschen gar nichts anderes tun konnten als singen. So das gerettete Volk Israel nach dem Weg durch das Schilfmeer, als die Verfolger in den nachfließenden Wellen umkamen und die Freiheit offen lag, wie im zweiten Buch Mose berichtet wird. Noch zwei Jahrtausende später wird der jubelnde Gesang des jüdischen Volkes am Laubhüttenfest erinnert.

 

Ebenso sprach Petermann Psalmen der Musik an, etwa den 118. und den 139. Sie fasste zusammen: „Solche Berichte vom klingenden Jubel des Volkes sind pure Befreiungstheologie - wie auch die sehnsüchtige Klage der nach Babylon Verschleppten, von der das Buch Jesaja im elften Kapitel berichtet. Singen ist ein ganzheitliches Tun, es befreit, heilt, lässt über die gegenwärtige Not hinausblicken.“ Die Frage „Bin ich ein Lied Gottes?“ weise aber auch auf die Nähe, ja, die mystische Verschmelzung hin, zu der Gott für uns Menschen offen stehe. Das Singen können im Sinn eines „Ich bin Dein, Du bist mein“ Bestätigung sein. Da war das Lied „Gott singe mich“, das Barbara Müller in einem Kinderliederbuch gefunden hatte und mit der Gemeinde einsang, wie eine klingende Verdeutlichung von Petermanns Ausführungen.

 



 

Nicht alle Gemeindeglieder finden Zugang zu traditionellen Chorälen. Gert Holle von der Fachstelle für Öffentlichkeitsarbeit, der Lieder textet und komponiert, hatte den ein wenig abgesungenen Choral „Jesu, geh voran“ als Assoziation in eine Lied-Collage „Denn du bist mein Lied“ eingebaut, die er vortrug, sich selbst mit Gitarre und Blues Harp begleitend. Dass die Büdinger Jugendlichen Alexander Grünewald, Tamara Wiedersum und Katharina Gündra den Refrain sangen, gab dem Lied Lebhaftigkeit.



 

 

 

Biblische Berichte der Befreiung, des klingenden Gotteslobes, lasen anschließend Dekanin Sabine Bertram-Schäfer (Büdingen), Dekan Wolfgang Keller (Schotten) und für das Dekanat Nidda der Beauftragte für Mission und Ökumene, Pfarrer Thomas Philipp (Ranstadt).

 

 

Instrumentalstücke dazwischen waren eine gute Gliederung: der Flötenkreis des Dekanates Schotten spielte Variationen zum Choral „Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen“ wie auch Paduanen und Gaillarden von Johann Ghro.

Von „sehr intensiven Wochen der Kirchenmusik“ sprach Dekanin Bertram-Schäfer in ihrer Predigt. 32 Konzerte, Vorträge, Gottesdienste „vor der Haustür“ für 72 Kirchengemeinden in drei Dekanatsteilen hätten Werke verschiedener Epochen und Musikstile erleben lassen: „Sie haben unsere Seelen berührt!“ Die Dekanin sprach das Privileg an, in der Musik Gott begegnen zu können und fand herzliche Dankesworte für alle Mitwirkenden, insbesondere die drei leitenden Deklanatsmusiker.

Den Fürbitten und dem Segen folgte der lebhafte Jubel des Bach-Satzes „Gloria sei Dir gesungen“, gefolgt von einem schönen Orgelnachspiel von Siegfried Karg-Ehlert, das Kiwon Lee vortrug. Doch auch nach Abschluss der Kirchenmusiktage gibt es interessante Angebote. So am Samstag dem 13. November um 16 Uhr in der Büdinger Marienkirche das Musical „Jeremia - Die mit Tränen säen“ wie auch am Sonntag, dem 14. November einen Auftritt des deutschlandweit bekannten a cappella-Ensembles Amarcord aus Leipzig in Schottens Liebfrauenkirche.

 

Elfriede Maresch; Fotos: Gert Holle

 

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