Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Kreisanzeiger vom 25.10.2010

  

  

Feierlicher Auftakt der Kirchenmusiktage

 

Von Elfriede Maresch

„Blaset dem Herrn“: Fünf Posaunenchöre geben in Gedern Kirche unter der Leitung von Dekantskirchenmusiker Kiwon Lee ein beeindruckendes Konzert

 

Bläserkompositionen haben eine lange Tradition im Spektrum evangelischer Kirchenmusik. So war es kein Zufall, dass die Kirchenmusiktage 2010 der Dekanate Büdingen, Nidda und Schotten mit einem Konzert der Posaunenchöre unter dem Motto „Blaset dem Herrn“ begannen. Schottens Dekanatskirchenmusiker Kiwon Lee hatte die Gruppen aus Gedern (Leitung Horst Kissel), Ulfa (Leitung Holger Schneider), Schotten (Leitung Dr. Johannes Brumhardt), Ulrichstein (Leitung Ulrich Leitner) und Wingershausen (Leitung Wilhelm Merz) zur Mitwirkung gewonnen.

 

Gewiss keine einfache Aufgabe für den Dirigenten, Ensembles, die sonst nie zusammen spielen, zu einem einheitlichen Klangkörper zusammen zu fassen. Zudem waren aus Termingründen nur zwei gemeinsame Proben möglich. Aber schon beim Eingangstitel, dem Satz des Chorals „Jauchzt alle Lande, Gott zu Ehren“ von Johannes Petzoldt für Bläser und Orgel wurden die Zuhörer in der evangelischen Kirche Gedern in eine suggestive, reizvoll durchkomponierte Musik hinein genommen. Auch mit der jungen Organistin Laura Anderson hatte Lee eine gute Mitwirkende gewonnen. Während sie abschnittsweise die traditionelle Choralmelodie spielte, waren die Bläser mit reich variierten Passagen zu hören.

 

Dass die Auftaktveranstaltung gerade in diese Kirche gelegt wurde, freute Ortspfarrer Kurt Johann. Er wies auf die gute Akustik nach den Sanierungsarbeiten in Folge des Brandes 2004 wie auch auf den großzügigen Raum hin, in dem man ein vielköpfiges Bläserensemble setzen konnte. Er dankte allen Posaunenchören nicht nur für den Auftritt an diesem Abend, sondern auch für die musikalischen Elemente, die sie laufend ins Gemeindeleben bringen. Zugleich hob der Theologe die Bedeutung der Kirchenmusik in all ihren Varianten hervor: „Sie trägt das Wort Gottes auf Ebenen, die unser Herz besonders bewegen!“

 

Eine feierliche Intrade von Georg Friedrich Händel folgte. Ein vierstimmiger Satz in punktiertem Schreitrhythmus brachte die unterschiedliche Klangfärbung der Instrumentengruppen zur Geltung. Posaunen verschiedener Tonhöhe, Trompete, Flügelhorn und Tuba waren bei diesem Konzert vertreten.

 

Mehrfach war die singende Gemeinde mit einbezogen. So beim Bach-Satz des Chorals „Nun danket alle Gott“, bei dem insbesondere der dritte Vers im Zusammenwirken von Singstimmen, Orgel und Bläsern freudig bewegt erklang.

 

Die guten Wünsche des Dekanatssynodalvorstandes überbrachte Pfarrer Matthias Schwarz, Mitglied dieses Gremiums und Beauftragter für Kirchenmusik. Zwei biblische Bläser-Erwähnungen, die Posaunen von Jericho und die des Jüngsten Tages, seien Zeichen von Gottes befreiendem Handeln, meinte er und fügte als drittes Beispiel den alttestamentarischen Bericht von der Rettung des Volkes Israel beim Durchzug durch das Schilfmeer hinzu.

 

Mit dem vierstimmigen Bläsersatz „Alles, was Odem hat“ war eine Komposition von Johannes Kuhlo im Programm vertreten, der viel zur Entwicklung der Bläsermusik in der Evangelischen Kirche beitrug. „Gott lebet noch“ - mit einer expressiven Dissonanz in der Titelzeile, dann aber in verhaltener Glaubensgewissheit, erklang ein weiterer Satz von Johann Sebastian Bach. Ein klangliches Hell-Dunkel der polyphon geführten Instrumentengruppen bot das Maestoso von Johann Christian Heinrich Rinck. Ein ausführlich variiertes, teils vier-, teils fünfstimmig gesetztes Vorspiel des Bläser leitete auf den schönen alten Choral „Großer Gott, wir loben dich“ hin. Hier wie auch beim zeitgenössischen Kirchenlied „Herr, wir bitten, komm und segne uns“ war die Gemeinde singend einbezogen.

 

Dazwischen las Pfarrer Schwarz den Lobgesang der Maria in einer neuen Übersetzung. Reizvolle Jazz-Assoziationen und Zitate aus dem bekannten gleichnamigen Gospel brachte das „Amen“ von Richard Roblee. Mit den Segensworten, von Pfarrer Schwarz gesprochen, und mit einer barocken Toccata von Bonelli im Satz für Bläser und Orgel schloss das Konzert.

 

 

Akustisch und räumlich stimmten die Voraussetzungen in der evangelischen Kirche Gedern für das gemeinsame Konzert so vieler Bläser unter der Leitung von Kiwon Lee (vorne).

Foto: Maresch

 

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