Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Kreisanzeiger vom 16.02.2009

 

 

 

Zur Ehre Gottes und zum Besten der Kirche

 

Volker Jung als neuer Kirchenpräsident eingeführt - Peter Steinacker verabschiedet

 

FRIEDBERG (dör). Die Friedberger Stadtkirche ist eine der größten hessischen Hallenkirchen. Doch für den Besucherandrang bei der Verabschiedung des ehemaligen Präsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Peter Steinacker, und der anschließenden Amtseinführung seines Nachfolgers Volker Jung war sie zu klein. Rund 800 Besucher, darunter hochrangige Vertreter aus der Landespolitik und den Kirchen, erlebten einen Gottesdienst, der zeitgleich vom Hessischen und vom Südwest-Rundfunk übertragen wurde. Die EKHN hatte im Klosterbau eine große Leinwand für Public Viewing installieren lassen, wo der Gottesdienst mitverfolgt werden konnte. Wer die eintreffenden Gäste vor Beginn des Gottesdienstes beobachtete, war sich der Bedeutung der Veranstaltung gewiss. Da begrüßten sich der hessische Landtagspräsident Norbert Kartmann und der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann, in der ersten Reihe nahmen Ministerpräsident Roland Koch und sein rheinland-pfälzischer Amtskollege Kurt Beck Platz. Angemeldet waren zudem die katholischen Bischöfe Franz-Peter Tebbart-van Elst und Franz Kamphaus sowie neun Bischöfe und leitende Geistliche aus evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Neben diesen Theologen war auch eine große Zahl von Vertretern der Partnerkirchen aus Indien, Südkorea, Südafrika, den USA und Tansania nach Oberhessen gekommen, um den beiden Kirchenpräsidenten ihre Verbundenheit auszudrücken.

Musikalisch hochkarätig wurde der Gottesdienst von der Friedberger Kantorei, der Dekanatskantorei Butzbach, dem Bläserensemble Contapunctus sowie den Dekanatskantoren Ulrich Seeger und Birgitte Klingenberg, Propsteikantor Uwe Krause und dem Organisten Frank Scheffler gestaltet. Zur Verabschiedung von Peter Steinacker, die von einem Film "Alltag des Kirchenpräsidenten" eingeleitet worden war, sprachen Bischof Christoph Kähler als stellvertretender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), die Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten, Kordelia Kopsch, Oberhessens Propst Klaus Eibach, der Präses der Landessynode, Karl Heinrich Schäfer, sowie der tansanische Bischof Benson Bagonza.

"Das größte Wunder des Glaubens ist: Gott lässt uns nicht fallen", betonte Steinacker zum Abschied. "Mit der Erfahrung dieses Wunders im Herzen, im Kopf und in der Seele gebe ich dankbar dieses Leitungsamt Christus und unserer Kirche zurück."

Zu Beginn der Einführungshandlung von Volker Jung erinnerte Präses Schäfer an den Text der Wahlurkunde. Danach lasen die Bischöfe Kähler, Martin Hein (Kurhessen-Waldeck) und Pröpstin Gabriele Scherle (Rhein-Main) biblische Texte. Auf die Frage Bischof Kählers, ob Volker Jung bereit sei, den Dienst als Kirchenpräsident zu übernehmen und sein Amt in Bindung an sein Ordinationsversprechen "nach dem Bekenntnis und den Ordnungen unserer Kirche treu und gewissenhaft auszuüben zur Ehre Gottes und zum Besten der Kirche", antwortete er: "Ja, mit Gottes Hilfe."

Kirchenpräsident Volker Jung legt sein Amtsversprechen ab.

Nach der Segnung predigte Kirchenpräsident Jung über einen Text aus dem Lukasevangelium: ",Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen.´ - Wer mit diesen Worten lebt, freut sich von Herzen, wenn etwas wächst. Es ist in der Kirche auch oft so wie an vielen Stellen in unserer Gesellschaft. Wir schauen mehr auf das, was nicht gelingt. Und dabei übersehen wir, wie viel wächst. Es gibt so viele engagierte Frauen und Männer in unseren Gemeinden. Es ist - um nur ein Beispiel zu nennen - doch überhaupt nicht selbstverständlich, dass 18 000 Männer und Frauen bereit sind, bei den Wahlen im Juni für unsere Kirchenvorstände zu kandidieren und damit das Leben in den evangelischen Gemeinden zu gestalten. Wie viele singen in unseren Chören oder machen sich auf, andere zu besuchen. Wie viele sind erfüllt von Gottes Liebe. Und manchmal wächst etwas in den Herzen, was wir von außen gar nicht sehen", gab Jung zu bedenken. "Natürlich ist es auch hier so: Nicht alles gelingt, was wir tun. Nicht alles geht auf, was wir säen. Aber für das was wir in Gottes Namen tun, gelten seine Worte: Es bringt hundertfach Frucht."


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