Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Kreisanzeiger vom 02.08.2008

 

 

Gedanken zum Sonntag

 

„Kinder sind ein Segen Gottes“

 

Von Kurt Johann

 

„No Kid" ist ein Buch der französischen Psychoanalytikerin Corinne Maier, in der sie 40 Gründe aufzählt, warum man keine Kinder bekommen sollte. Da hat Frau Maier zwar nicht die Psyche, aber immerhin den gesellschaftlichen Trend ganz gut analysiert. Und das ist wichtig wenn man eine Bestsellerautorin werden möchte. Sie hofft, heißt in einer Internetmeldung, dass ihre beiden eigenen Kinder, das Buch nicht zu persönlich nehmen werden.
Es macht mir mehr und mehr Sorgen wie wir über unsere Kinder sprechen und wie wir mit ihnen umgehen. Unsere Gesellschaft hat immer weniger Raum für Kinder. Ganztagsschulen gibt es übrigens im Eigentlichen nur deshalb, weil Mami auch nachmittags für 400 Euro Gehalt der Wirtschaft und dem Einzelhandel zur Verfügung stehen soll und nicht weil man überzeugt ist, dass eine Ganztagsschule für das Lernen und die Förderung des Kindes besser wäre.
Die unselige Einführung von G8 soll dazu führen, dass unsere Kinder in einer immer älter werden Gesellschaft dem Arbeitsmarkt schneller zu Verfügung stehen sollen. Da scheint es angebracht, die Kinder schon jetzt mal auf den Leistungsdruck im Arbeitsleben schulisch vorzubereiten. Gut für die Kinder und im Interesse der Kinder ist das sicherlich nicht.
Immer mehr Menschen wollen keine Kinder mehr bekommen, sei es, dass wir immer noch in einer Gesellschaft leben, in der die Förderung einer Familie immer noch klar hinter der staatlichen Förderung für Unternehmen angesiedelt ist, sei es, weil immer mehr Menschen ungebunden bleiben möchten, um flexibel zu sein.
Wie schön und wohltuend ist es in der Bibel zu lesen, was in einem Psalm vor mehr als 2000 Jahren über Kinder gesagt wurde. "Kinder sind ein Segen Gottes". Und damit ist gemeint, eine Bereicherung, eine Erfüllung des eigenen Lebens.
Es wäre schön, wenn wir in unseren Kindern nicht mehr nur ein Armutsrisiko, oder eine Notwendigkeit zur Sicherung der Rentenkassen sehen würden, ein Hemmschuh der eigenen persönlichen Entwicklung oder ähnliches, sondern wenn wir unseren Kinder das Gefühl geben könnten, dass wir in ihnen einen Segen Gottes erkennen.
Kinder sind ein Segen Gottes, auch wenn dieser Segen manchmal recht zickig und schwierig sein kann. Das sind wir Eltern ja übrigens hin und wieder für unsere Kinder auch.
In der kommenden Woche beginnt die Schule wieder. Ich wünsche Eltern, Lehrern und Lehrerinnen ein gutes Miteinander und freue mich, wenn ich immer wieder erlebe wie Lehrerinnen und Lehrer in den Kinder eigenständige Persönlichkeiten sehen, wertvolle Menschen, eben ein Segen Gottes.
Ach ja und dass jetzt die Schule wieder anfängt, dass die Kinder (endlich) wieder für eine Weile am Tag aus dem Haus sind, und wieder etwas Ruhe einkehrt, das dürfen Eltern durchaus auch als einen Segen empfinden.
Gesegneten Schulanfang uns allen, den Kindern, den Eltern und den Lehrerinnen und Lehrern.


Kurt Johann ist evangelischer Pfarrer in Gedern

 

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