Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Berichte im Kreisanzeiger vom 06.01.2007

 

Gedanken zum Sonntag

 

 

Christus mansionem benedikat

 

Von Pfarrer Kurt Johann

 

 

Heute gehen die Sternsinger wieder durch die Straßen und an die Häuser. Sie sind verkleidet und erinnern so an die drei Weisen aus dem Morgenland. Sie werden um eine Spende bitten und zu Beginn des neuen Jahres an die Tür ihres Hauses die Buchstaben C-M-B schreiben. Das heißt nicht Caspar-Melchior-Baltasar, wie manche meinen, sondern Christus mansionem benedikat, zu gut Deutsch: Christus segne dieses Haus.
Ich freue mich auf die Sternsinger, denn dieser Brauch ist kein frommer Kinderfasching, sondern sinnvolle Tradition. Die Sternsinger waren die ersten Menschen, die Christus bezeugt haben und das gleich vor dem mächtigen König Herodes, der über den neu geborenen König Jesus, so berichtet es das Matthäusevangelium, gar nicht erfreut war und ihn umbringen wollte. Vieles ist sicherlich Legende an den heiligen drei Königen (liegen ihre Gebeine wirklich im Kölner Dom?) und für einen Protestanten auch nicht immer unproblematisch. Aber zwei Überlegungen sind mir an diesem Tag doch sehr wichtig. Zuerst: Wir brauchen auch heute das Zeugnis, das Bekenntnis zu Christus. Darin sind uns die drei Weisen Vorbild, denn auch ein moderner Industriestaat soll sich an den christlichen Werten und Maßstäben orientieren. Da gibt es viel zu tun, in einem Land. Die Manager verschiedenster Großkonzerne haben uns im letzten Jahr immer wieder gezeigt, dass sie keine ethische Orientierung mehr haben und der einzelne Mensch nichts mehr zählt.
An ihren Werten dürfen wir uns nicht orientieren. Der Mensch braucht Beziehungen, zur Familie, zu Freunden und er braucht die Beziehung zu Gott. Der Mensch braucht diese Orientierung, wie einstmals die Weisen aus dem Morgenland, die sich am Stern von Bethlehem orientierten. Und als zweites: Gerade die Sternsinger verbinden ihr Zeugnis für Christus und den Segenswunsch an unseren Türen, mit konkreter Hilfe für die ohnmächtigsten und ärmsten Menschen, für die Kinder dieser Erde, denen sie helfen wollen. Eine Erde, in der jedes Jahr etwa 15 Millionen Kinder an Hunger und Armut sterben, kann nicht gerecht sein. Da könnte man manchmal ob dieses Skandals regelrecht resignieren. Die Sternsinger aber versuchen wenigstens ein Stück Gerechtigkeit wieder herzustellen, in dem sie helfen und ihrem Zeugnis für Christus, Taten folgen lassen. Heißen wir sie willkommen an unseren Türen und helfen wir ihnen, zu helfen.

Kurt Johann ist Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Gedern

 

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