Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Berichte im Kreisanzeiger vom 28.11.2006

 

"Religionen müssen das Gespräch miteinander suchen"

 

Mitglieder der Kirchengemeinde Gedern besuchten buddhistische Pagode und Freitagsgebet der internationalem muslimischen Gemeinde in Frankfurt

 

 

GEDERN (pd). "Religionen müssen das Gespräch miteinander suchen, damit Vorurteile abgebaut und Frieden ermöglicht wird. Ohne den Frieden zwischen den Religionen wird es keinen Frieden geben" –

 

Das war ein Merksatz des Glaubenskurses zum Thema Weltreligionen, den Pfarrer Kurt Johann in diesem Jahr in Gedern organisierte. Um diese Erkenntnis zu vertiefen, fuhren Teilnehmer des Kurses aus der evangelischen Kirchengemeinde Gedern nach Frankfurt. Auch Bürgermeister Stefan Betz nahm teil, um zunächst die buddhistische Pagode in der Hanauer Landstraße zu besuchen und dann am Freitagsgebet der internationalen muslimischen Gemeinde in der Mainzer Landstraße teilzunehmen.


In der Pagode Phat Hue nahm sich der Abt des Klosters, Thiech Tien Son, zwei Stunden Zeit, um die vielen Fragen der Teilnehmer zu beantworten, was nicht zuletzt den guten Kontakten des Pfarrers für Mission und Ökumene, Thomas Philipp, der die Fahrt organisiert hatte, zu verdanken war. Von der Klugheit und Freundlichkeit des Abtes und aller buddhistischen Mönche war die Gruppe zutiefst angetan.


Die buddhistische Pagode wurde vor vier Jahren durch Thiech Tien Son gegründet, der einst als "Boatpeople" von Rupert Neudeck von der Cap Anamur gerettet wurde. Als Zen Meister versucht er, Denkstrukturen und Handlungsmuster zu durchbrechen und Wege zum Ich aufzuzeigen. Im Moment betreut die Gemeinde etwa 5000 Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Für viele ist die Pagode nicht nur religiöses Zentrum, sondern ein Kommunikationszentrum, in dem man Verwandte und Freunde trifft.


Abt Thiech Tien Son gab geduldig Antworten auf die zahlreichen Fragen. Bürgermeister Betz, der seinerzeit im vierten Prüfungsfach des Abiturs über Buddhismus geprüft worden war, sprach aus, was viele dachten: "Ich war beim Zuhören wie ein Schwamm, der alles aufsog, um nichts zu verpassen." Auf großes Interesse stieß auch die Führung durch die große Buddhahalle. Schließlich nahm man mit der Sangha (Mönche und Nonnen des Klosters) das Mittagessen ein und hielt sich dabei auch an die Regel, dass während des Essens für etwa zehn Minuten nicht gesprochen werden soll.


Um 13.30 Uhr fanden sich die Gederner pünktlich zum Freitagsgebet bei der muslimischen Gemeinde ein. Sicherlich ein Weg, der für manchen auch mit Vorurteilen und Ängsten besetzt war. Umso erfreuter war man über die Offenheit und Freundlichkeit, mit der die Christen in der Moschee begrüßt und bewirtet wurden.


Die muslimische Gemeinde in der Mainzer Landstraße hegt zahlreiche religionsübergreifende Kontakte mit den christlichen Kirchen und versteht sich als Gemeinde der Muslime, die in Deutschland leben und arbeiten, häufig sogar in Deutschland geboren wurden und die ihren Glauben in Deutschland ausüben möchten. Daher findet die Predigt zum Freitagsgebet auch in deutscher Sprache statt. Der Leiter der Moschee brachte den Teilnehmern die Moschee und Grundfragen des Islam näher. Dabei wichen er und viele seiner Gemeindeglieder auch schwierigen Fragen der Gederner Gruppe nicht aus.

Einig war man sich, dass diese Kontakte weitergeführt werden sollten. Daher soll im kommenden Jahr zu einem interreligiösen Tag nach Gedern eingeladen werden.

 

An diesem Tag wurden auch Bilder erstellt. Hier einige von Ihnen.

   
   
   
   
   
   
   
   
   

 

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