Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Berichte im Kreisanzeiger vom 11.10.2006

 

Beim Betreten der evangelischen Kirche in Gedern fällt sofort das grüne

„Schöpfungsfenster“

ins Auge. Bei einer Führung im Anschluss an den Gottesdienst erfuhren

die Zuhörer viele wissenswerte Dinge über dessen Symbolik.

 

  

 

„Schöpfungsfenster“ fällt sofort ins Auge

 

Neue Fenster der evangelischen Kirche in Gedern vorgestellt – Tiefgreifende Symbolik – Dank an Spenderinnen.

 

Gedern (sm). „Halli, Hallo, herzliche Willkommen!“ – mit einem munteren Lied eröffnete die Kinderkirche der evangelischen Gemeinde den Gottesdienst, in dessen Mittelpunkt die Präsentation der neuen Fenster stand. Pfarrer Kurt Johann betonte, wie wichtig es sei, die Kirche als einen Ort des Lebens anzusehen. Und dass mit solchen Gesängen ebenso wie damit der bildlichen Darstellung der Glaubensinhalte keine Entweihung, sondern vielmehr eine Bedeutungssteigerung des Ortes einhergehe.

 

Er zeigte sich sehr erfreut über die große Anteilnahme an der Umgestaltung des Gebäudes und dankte insbesondere den großzügigen Spenderinnen, den Frauen des Bastel- und Handarbeitskreises. Diese hatten kürzlich ihren Kreis aufgelöst und der Gemeinde das mit dem Verkauf von Handarbeiten sowie durch die Bewirtung bei Veranstaltungen eingenommene Geld zur Verfügung gestellt. Annemarie Emmel und Ilona De Marinis erhielten als Vertreterinnen des Kreises einen Blumenstrauß und gaben den Dank an die vielen Mitarbeiterinnen, aber auch an die Käufer der Waren weiter. "Hierfür mussten viele Frauen lange stricken", erklärten sie.


Maler Horst Kissel, der als Berater der Gemeinde agiert hatte, zeigte sich sehr erfreut über die gute Zusammenarbeit mit dem Künstler Uwe Piper. Der Siegener, der an Kunstakademien in München, Wien und Paris studierte und nun je ein Atelier in Deutschland und Spanien betreibt, hat die Entwürfe in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Gederner Gemeinde erstellt. Anschließend wurden sie vom Eichelsächser Glasbaumeister Rainer Prokasky in ihre endgültige Form gebracht. Beide Künstler hätten in der Gestaltung der Fenster eine einmalige Chance für bleibende Arbeiten gesehen und seien der Kirche deshalb nicht zuletzt deswegen finanziell erheblich entgegen gekommen.


In seiner Predigt ging Kurt Johann genauer auf die Bilder und ihre Darstellung der drei Erscheinungsformen Gottes ein. Bei dieser Trinität handele es sich, so der Seelsorger, um ein sehr komplexes Problem, in dem aber auch eine einzigartige Chance der Annäherung an den einzigen christlichen Gott liege. Während die Fenster über der Hochzeitspforte und dem Taufbecken die Person Christi und den Heiligen Geist zeigen, fällt als zentrales Element über der Bläserempore beim Betreten der Kirche sofort das grüne "Schöpfungsfenster" ins Auge.
Wie Interessierte im Anschluss an den Gottesdienst während einer kleinen Führung erfuhren, werden hier die Vielfältigkeit der Natur und ihre Erschaffung dargestellt, wird ein gleichzeitiges Loslassen und Bewahren der Schöpfung symbolisiert. Das in Blau gestaltete "Auferstehungsfenster" beschäftigt sich mit der Überwindung des Todes, aber auch mit Grenzen und Schwierigkeiten als bedeutsamstem Moment des christlichen Glaubens. Auf der in vielen Rottönen erstrahlenden gegenüberliegenden Scheibe fällt hingegen sofort das zentrale Motiv der Taube ins Auge. Sie soll an die Hoffnung Noahs, an die Vergebung der Sünden, aber natürlich auch an den zu Pfingsten über die Menschen gekommenen Heiligen Geist erinnern und ist deshalb über zwei ineinander verschränkte Hände, einem Zeichen der Gemeinschaft, angeordnet.


Diese war am Sonntag in der evangelischen Kirche zu Gedern deutlich spürbar, groß war das Interesse an den neuen Kunstobjekten, deren Einweihung mit einem feierlichen Vortrag des Posaunenchors ihren würdigen Abschluss fand.

Die Taube symbolisiert unter anderem die Aussendung des Heiligen Geistes.

 

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