Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Berichte im Kreisanzeiger vom 03.01.2005

 

„Unsere Sorgen sind ein Sandkorn in der Wüste des Leids“

 

Gedenkgottesdienste, private Sammlungen und spontane Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe – Spendenbereitschaft der Wetterauer Bürger ist groß

 

Von Wolfgang Kunert

 

REGION. Die Betroffenheit über die Folgen der furchtbaren Flutkatastrophe im asiatischen Raum ist bei den Menschen enorm. Aktivitäten, die normalerweise dazu dienen, das neue Jahr heiter und fröhlich zu begrüßen, wurden häufig dazu genutzt, um Geld zu sammeln.

 

Aber es gibt auch Initiativen, die ausschließlich dazu dienen, den Opfern und ihren Angehörigen zu gedenken. So hatte zum Beispiel gestern in Gedern der evangelische Pfarrer Kurt Johann zu einem Gedenkgottesdienst in das Gemeindehaus geladen. Dort finden seit dem Brand der Kirche am 26. Oktober die Gottesdienste statt. Rund 150 Bürger versammelten sich gestern Morgen. um in Gedanken bei den betroffenen Menschen zu sein. „Unsere Sorgen sind ein Sandkorn in der Wüste des Leids, das am zweiten Weihnachtsfeiertag über die Menschen im ostasiatischen Raum hereinbrach.“ Mit diesen Worten begann Johann nach einer Schweigeminute seine Predigt. Hilflos habe man erfahren müssen, wie die Natur sich ihren Weg gebahnt habe. Fassungslos müssten die Menschen zur Kenntnis nehmen, dass die Flutwelle mit einem „apokalyptischen Ausmaß“ ein Urlaubsparadies in eine Hölle verwandelt habe. Johanns Aufruf. mit einer Spende beizutragen, die Not der Betroffenen zu lindern, folgten die Gottesdienstbesucher gerne. Voraussichtlich ist dabei ein vierstelliger Betrag zusammen gekommen, den die Kirche an das Diakonische Werk überweisen wird.

 

In Glauberg hatte Pfarrer Frank Leissier an Silvester eine Spendenaktion gemeinsam mit den Konfirmanden initiiert. Die Sammelaktion, erweitert durch die Kollekten der jüngsten Gottesdienste. erbrachte bisher über 1 700 Euro. Das Geld werde über die kirchlichen Hilfsorganisationen direkt den Betroffenen zur Verfügung gestellt, teilte Dr. Werner Reutzel. Mitglied des Kirchenvorstandes, mit.

 

In zahlreichen weiteren Orten wurden Spendenaktionen gestartet, die hier leider nicht alle Erwähnung finden können. Beispielhaft seien daher nur einige genannt. Über 300 Euro haben die Jugendlichen in Wallernhausen am Silvesterabend und beim Neujahrswürfeln gesammelt, weil sie das Geld, das eigentlich für Böller und Raketen gedacht war, spenden wollten. Es wird an „Arzte ohne Grenzen“ gegeben.

 

Der Frauenkreis in Ranstadt-Bobenhausen unterstützt ebenfalls diese Organisation. Der gesamte Erlös des Adventsbasars in Höhe von 1 000 Euro werde gespendet, teilte die Sprecherin des Frauenkreises, Irmgard Dechert, mit. Um die Not in den betroffenen Gebieten zu lindern haben auch Büdinger Geschäftsleute. Bürgermeister Erich Spamer, Michael Gietzen von der Sparkasse Wetterau und Bernd Kaufmann, Regionalmarketingsleiter der Volksbank, zu Spenden aufgerufen. Seit einigen Tagen stehen in den Geschäften Sparschweine. Auch in den kommenden Tagen werden weitere Aktionen folgen, mit denen Gelder zur Unterstützung der Betroffenen gesammelt werden sollen. So findet am 1 Sonntag, 16. Januar, in der evangelischen Marienkirche zu Ortenberg ein Benefizkonzert statt. Michael Harry Poths, der das Stadtkirchenkantorat in Grünberg innehat, wird einige Orgelwerke zu Gehör bringen. Ebenso wird der von Poths 1999 gegründete Motettenchor auftreten. Die Sängerinnen und Sänger aus der Wetterau, dem Darmstädter Land, dem Lahn-DilI-Kreis sowie dem Taunus werden auch Werke von Anton Bruckner darbieten. Das Konzert beginnt um 19 Uhr. Die Veranstaltung ist ein Beispiel für die anhaltende Hilfsbereitschaft der Wetterrauer, um den Menschen beizustehen, deren die Natur keine Chance gelassen hat.

 

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